Empfehlung des Tages: Makko – Echt
2022 war das Jahr, in dem der breite Mainstream dank seinem Sommerhit „Nachts wach“ zum ersten Mal von Makko Wind bekam. Von der plötzlichen Aufmerksamkeit zeigt sich der Newcomer aus Berlin allerdings völlig unbeeindruckt. Stattdessen veröffentlicht er am Tag vor Weihnachten ein Doppel-Paket von Singles, bestehend aus „Echt“ und „Nie mehr auf Wolke 7“, und kehrt damit zurück zu seinem typischen, verträumten Trap-Sound.
Die Produzenten Miksu und Macloud haben sich 2022 ein mal mehr als die Hitmaker in Sachen Deutschrap bewiesen. Nachdem das Duo mit den beiden Songs „Sehnsucht“ und „We Made It“ den Newcomer t-Low gleich doppelt auf die Chartspitze katapultierte hatte, folgte kurz darauf Makko mit „Nachts wach“. So schnell kann sich der Erfolg also einstellen, wenn man verschleppten DIY-Sound durch einen glattgeschliffenen House-Beat mit sommerlichen Gitarren-Melodien austauscht. Die Tür zur konsequenten Kommerzialisierung stand für Makko also sperrangelweit offen, aber der Newcomer signalisierte recht schnell, dass er an dieser Form von kurzlebiger Popularität nicht weiter interessiert ist. Statt mit weiteren Singles nachzulegen, zog sich Makko erstmal zurück und blieb unter dem Radar – bis jetzt.
Studio Ghibli statt Radiomaterial
„Echt“ und „Nie mehr auf Wolke 7“ markieren die ersten Veröffentlichungen seit „Nachts wach“, kehren aber sound-technisch viel eher zurück zu Makkos Anfängen im Lo-Fi-Soundcloud-Trap, statt weiter in die Pop-Goldgrube vorzustoßen. Im Gegenteil, die beiden neuen Songs sind regelrecht eine Absage an das Blitzlicht. Stattdessen lässt sich Makko von Homie toobrokeforfiji „Echt“ in die Handinnenfläche tätowieren – wie ein Reminder an sich selbst, sich nicht von der Musikindustrie verschlingen zu lassen.
Bisher klappt das sehr gut: Im Musikvideo zur Doppel-Single hängt Makko wie immer im Kreis der Boloboys und macht, was gute Freunde eben so machen. Die titelgebende Crew-Pasta wird gekocht, Joints und Nintendo-Controller machen die Runde. Dazu rappt Makko laid-back wie eh und je, auf Beats, die in beiden Songs mehr nach Studio Ghibli als nach Radiomaterial klingen. Alle Day-Ones, die nach „Nachts wach“ schon in Panik verfallen sind, können also beruhigt sein: Makko ist und bleibt echt und sollte er das je vergessen, muss er sich nur die eigene Hand vors Gesicht halten.
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