Empfehlung des Tages: Marita – awg
Über Marita wissen wir rein gar nichts – aber das ist nicht weiter schlimm, denn in ihrem ersten Song „awg“ stellt die Newcomerin sich und ihre Generation ziemlich hautnah vor. Klingt alles nicht so rosig, aber am Ende steht das Versprechen: „Alles wird gut!“.
Das Stichwort „Relatable“ ist im Jahr 2023 eine heiß umkämpfte Währung. Marita Hintz scheint davon Unmengen zu besitzen, und das direkt zum Start ihrer Karriere. Aber der Reihe nach: Erstmals von Marita Wind bekommen, haben manche von euch vielleicht schon 2019, als sie bei The Voice Of Germany teilnimmt. Abseits davon sind persönliche Informationen über die junge Musikerin eher rar gesät und finden sich vor allem auf ihren Instagram- und TikTok-Kanälen. Auf letzterem hat sie in der Vergangenheit übrigens bereits Songs von Billie Eilish, T-low oder Chapo102 gecovert. Auch immer wieder Thema in ihren Posts: Die Kleinstadt, in ihrem Fall das schwäbische Aalen, die aber irgendwie jede:r von uns ein bisschen selbst kennt.
@maritaofficial kleinstadt vibes und feelings 🏠 wer kennt‘s? #newmusic #music #foryou #fürdich #fürdichpage #foryoupage #fyp #smalltown ♬ awg – marita
Gen Z in a nutshell
Um die Kleinstadt, ihre Menschen und ihre Dramen geht es auch in Maritas neuem und vor allem ersten Song: „awg“ – kurz für „Alles wird gut“. Genauso gut könnte die Nummer auch „Gen Z in a nutshell“ heißen, denn selten haben wir die Gedanken und Probleme dieser Generation so gut vertont gehört, wie hier. „Wir hör’n Rap, wir ziehen Pepp, geh’n in den Club, tanzen zu Tech, lernen jemand’ kennen, landen im Bett“, singt Marita über schwere Piano-Akkorde. Später kommen simple Trap-Sounds dazu, aber im Grunde bleibt es bei dieser intimen Bestandsaufnahme, die in erster Linie für den eigenen Freundeskreis passiert: „Ich bin niemand, träum’ von Prada und rauch’ schlechtes Zeug / Nachts schreib ich die Lieder, zu den’ meine Freunde dann heulen“.
Mit ihrer kräftigen, dunklen Stimme und den nahbaren Texten erinnert Marita ein wenig an andere aufstrebende Songwriterinnen wie Marie Bothmer oder Luna und tatsächlich erscheint schon die Debütsingle „awg“ in Zusammenarbeit mit Sony Music. Sobald die Angst vor der Fallhöhe überwunden ist, steht das Sprungbrett zur Musik-Karriere also offen – und die würden wir Marita von Herzen gönnen, vor allem solange sie weiterhin in erster Linie für ihren Freundeskreis statt für die Algorithmen singt.
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