Empfehlung des Tages: Marla Moya – Radio
Würden Harry Nilsson und Joan Baez heute zusammen ein Lied schreiben, dann würde es vielleicht so klingen wie „Radio“ von Marla Moya. Mit ihrer klaren, weichen Stimme färbt die Musikerin, die erst im Mai ihr neues Projekt „Marla Moya“ startete, mit ihrer dritten Single den Raum in ein warmes Gelb. Auf Gesang trifft neben Gitarre, Drums und Bass ein Cello, was dem Lied eine melancholische Note einhaucht.
Diese Mischung passt gut zu dem Inhalt des Folk-Songs. Es geht um das Ende einer Beziehung, wenn die Stille zu laut geworden ist und man allmählich immer weiter auseinanderdriftet. Dabei singt Marla Moya weich von der Mischung aus Gleichgültigkeit und dem Bedürfnis, sanft und freundschaftlich getrennte Wege zu gehen: „Let’s take it nice and easy / That’s how we used to roll / When things were fresh and breezy / Words less hurting and meaningful“.
Nach „Nomadic Hobo“ und „Shedding Skin“ zeigt Marla Moya mit „Radio“ erneut eine moderne Interpretation der Musik der 60er und 70er Jahre, die aber klar und erfrischend klingt. So, dass man sich gedanklich in ein sonniges San Francisco hineinversetzen und den Regengüssen hierzulande für einen Moment entwischen kann. Moderne Folk-Musik, bei der man das „Radio“ nur lauter stellen möchte.
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