Empfehlung des Tages: Miese Mau – Keine Tränen
Miese Mau macht „Pop zum Anfassen“, gleichzeitig sagt der Newcomer aber auch: „Ich selber denke ich mach Hardcore“. Eine Aussage, die vielleicht erstmal zum Schmunzeln anregt, aber gar nicht so unwahr ist, wenn man betrachtet wie Miese Mau auf Songs wie „Teufel“ oder „Deine Gefühle“ die emotionale Hose herunterlässt. Aufgewachsen ist er in der vorpommerschen Tristesse, seit 2020 macht er in Berlin Musik, die sich neben Edwin Rosen, Steintor Herrenchor und Co. einreiht und den New Wave-Sound der 80er wieder aufleben lässt. Damit hat Miese Mau 2021 bereits ein erstes Album gefüllt: „Verbrecher“, neun Lieder über Liebe und Selbstliebe, die es in sich haben.
Musik ist keine Fast Fashion
Wenig später folgte auf Instagram die Ankündigung, dasss Miese Mau etwas langsamer treten wolle, nach seinem eigenen Tempo und nicht dem der Musikindustrie: „Dieser Fast Fashion Gedanke von Musik ist irgendwie mega Toxic und da kommt auf lange Sicht nur kacke raus, bei mir jedenfalls“. Im gleichen Atemzug erwähnte der Newcomer aber auch, dass ein neues Album in der Mache sei, für das wir inzwischen schon einen Titel und ein Releasedatum haben: „Blumenstrauß“ erscheint am 09. Juni. Außerdem gibt es heute mit „Keine Tränen“ die vorerst letzte Single aus dem Projekt!
Ausgeheult
Inhaltlich geht es um ein Gefühl, das wohl so ziemlich jede:r nachvollziehen kann: Miese Mau hat sich ausgeheult. Ein Zustand, der manchmal nach großer emotionaler Anstrengung und Verausgabung erstaunlich friedsam sein kann. Und auch wenn es im Inneren nicht unbedingt rosig aussieht, kommt da einfach kein Salzwasser mehr aus den Augen: „Denn ich hab keine Tränen mehr übrig für dich / In meinem Schädel herrschen minus 20 Grad / In meiner Brust schlägt ein Herz aus Granit, die ganze Welt scheint mir herrlich egal“. Diese Stimmung spiegelt sich auch im synth-lastigen Instrumental wieder, in dem neben der bewährten New Wave-Melancholie auch eine Spur Optimismus mitschwingt – ein Sommertag in Graustufen.
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