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Empfehlung des Tages: Milky Chance – Living In A Haze

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Tagged: Milky Chance

Wenn man an deutsche Bands denkt, die im Ausland abgefeiert werden, kommen vielleicht zuallererst Rammstein oder Tokio Hotel in den Kopf – kein Wunder, bei den aufwändigen Shows und Inszenierungen dieser beiden Acts. Deutlich subtiler, aber auch sehr erfolgreich im internationalen Musik-Kosmos: Milky Chance. Clemens und Philipp aus Kassel bezeichnen sich in ihrer Spotify-Bio als „two high school friends making music“ – ganz schön bescheiden, für ein Duo, das einen weltbekannten Hit wie „Stolen Dance“ sein Eigen nennen kann. Die verschleppte Fusion aus Indie-Pop und Dance-Musik hat inzwischen in Sachen Streams sogar die Milliarden-Marke geknackt, aber auch seither waren Milky Chance nicht untätig.

Das nächste Kapitel

In den letzten beiden Jahren erschienen mit den  „Trip Tapes“ zwei Projekte, die stellenweise erstaunlich freigeistig und experimentell an den radioerprobten Sound des Duos herangehen. Trotzdem dürfen Hits wie „Colorado“ und „Synchronize“ sowie Cover von Stücken wie „As it was“, „Tainted Love“ oder „Save Your Tears“ natürlich nicht fehlen. Nach dem letztjährigen „Trip Tape II“ sowie diversen darauf folgenden alternativen Versionen einzelner Songs, scheinen Milky Chance sich nun in das nächste Kapitel aufzumachen. Davon zeugte eine neue Doppel-Single, die am Freitag erschienen ist. Diese enthält zum einen den reduzierten und durchaus gewagten Song „Frequency Of Love“, der insbesondere Fans von Alternative Pop à la James Blake zusagen können. Der Hit findet sich dann aber doch, wie so oft, auf der A-Seite.

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„Living In A Haze“ klingt gar nicht so vernebelt und betäubt wie sein Titel verspricht, stattdessen präsentieren sich Milky Chance erfrischend treibend. „I wish I was a disco boy, disco boy / Moving like I’m paranoid, paranoid“, singt Clemens über einen tanzbaren Beat aus rhythmischen Gitarren und EDM-Elementen. Hater:innen würden sagen, das Mit-Klatsch-taugliche Four-To-The-Floor-Muster trage schon beinahe Schlager-Tendenzen in sich, tatsächlich kann man „Living In A Haze“ aber trotzdem problemlos Ernst nehmen und abfeiern. Damit macht die Band einen spannenden Kontrast zwischen den beiden neuen Songs auf und zeigt ein weiteres Mal, dass ihre Musik nie nur vom Indie beeinflusst war, sondern eben immer auch zu einem nicht unerheblichen Maß vom Soundtrack der Clubs. Und wer weiß, vielleicht ist „Living In A Haze“, der erste Songs aus diesem neuen Schaffenszyklus von Milky Chance, auch direkt der erste Hit, den die Band in diesem Jahr landet.

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