Empfehlung des Tages: Nemo – Eurostar
Als Nemo im Mai beim Eurovision Song Contest für die Schweiz antritt, bedeutet das quasi über Nacht Aufmerksamkeit aus der ganzen Welt. Dieses internationale Spotlight wird noch mal um einiges heller und größer, als der nonbinäre Music-Act den Wettbewerb mit seinem Song „The Code“ für sich entscheidet. Der Siegesbeitrag ist verspielt und gleichzeitig dramatisch, mischt überzogene operesque Passagen mit zeitgenössischen Drum’n’Bass-Beats und gerappten Flows. Nach langer Wartezeit für die schlagartig vervielfachte Fan-Community veröffentlicht Nemo nun zum ersten Mal seit „The Code“ neue Musik.
Die Premiere zur neuen Single „Eurostar“ gab es gemeinsam mit dem RTO Ehrenfeld im ZDF Magazin Royale. Inzwischen gibt es aber auch ein Musikvideo mit zahlreichen Cameo-Auftritten von der ehemaligen ESC-Konkurrenz: Luna aus Polen und Bambie Thug aus Irland ist dabei, genauso Jerry Heil aus der Ukraine, Silvester Belt aus Litauen und Windows95man aus Finnland.
Brat Autumn zwischen Paris und London
Gedreht wurde das Video in London, der neuen Wahlheimat von Nemo. Den Weg dorthin vom europäischen Westland legt man per Flieger zurück – oder eben mit der titelgebenden Zuglinie Eurostar. „I took the Eurostar from Paris and you know what fucking for / I wanna dance, I wanna party, do it like no one before“, kündigt Nemo gleich zu Beginn ambitioniert an. Charlis Brat Summer geht in den Clubs und Hotellobbys von London weiter.
Dabei klingt Nemo mit mächtigen Chören im Rücken nach Brandon Urie in den besten Zeiten von Panic at the Disco! oder auch nach Mika, der ja seinerseits schon den ESC moderiert hat. Diese großen, triumphalen Passagen geben sich die Hand mit einem Trance-Beat, der durch den Gehörgang rast, wie der Eurostar durch die Tunnel unter dem Ärmelkanal. Die Mischung geht hervorragend auf – es scheint, als hätte Nemo auch nach dem ESC das Zeug zum kontinentalen Pop-Star.
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