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Empfehlung des Tages: Nina Simone – Baltimore

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Für den Titeltrack ihres 1978 erschienenen Albums „Baltimore“ hat Nina Simone sich einem Lied des nicht weniger legendären Songwriters Randy Newman bedient. Der spätere Filmkomponist weist in seinen Texten bis heute auf gesellschaftliche Missstände und Ungerechtigkeiten hin, so auch 1977 in „Baltimore“. Darin beschreibt er den Niedergang der Hafenstadt im US-Bundesstaat Maryland: „And they hide their faces / And they hide their eyes / Cause the city’s dyin’ / And they don’t know why“. Was sich später als die Folge der Deindustrialisierung herausstellte, rief bei den BewohnerInnen viel Leid und Verzweiflung hervor sowie den Wunsch, die Stadt für immer zu verlassen. Wie die BewohnerInnen müssen auch die ZuhörerInnen des Songs lange auf eine Erlösung warten, denn bis das Schlagzeug richtig einsetzt und „Oh Baltimore“ erklingt, dauert es vier Strophen und knapp zwei Minuten. Wehren kann sich dann allerdings niemand mehr gegen die herzzerreißende Wehmütigkeit des Songs, vor allem in der Version von Nina Simone. Unterstützt von Reggae-Sounds brilliert die Jazz- und Blues-Legende wie so oft mit ihrer beispiellosen, tiefen Stimme und nimmt den Zuschauer mit in die verregneten Straßen der leidenden Stadt.

https://youtu.be/EJIVV-mnPyY
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