Empfehlung des Tages: Nomate – Running
Ein neuer Artist im deutschen Indie-Kosmos, mit einem Sound zwischen The Smiths und Bloc Party? Nehmen wir! Die Rede ist von Fabian Wesp alias Nomate. Der Newcomer im extravaganten 80er Look hat schon auf den selben Bühnen wie Temmis, 3LNA und Easy Easy gestanden und nun endlich seine Debütsingle „Running“ veröffentlicht – eine Flucht vor der Welt, hin zu einer Person, die alles besser macht.
Obwohl Nomate erst einen einzigen Song veröffentlicht hat, kann man schon spekulieren, dass uns hier einiges bevorsteht. Produziert hat Nomate „Running“ gemeinsam mit Lukas Korn, den man sonst als Gitarristen von Mia Morgan, Drangsal und Lyschko kennt. In die morbide Sound-Welt dieser Acts fügt sich der Song nahtlos ein. Die treibenden Drums, die finstere Bassline und der stechende Synthie in der Hook klingen bedrohlich, aussichtslos, trotzdem gibt es einige melodische Ausreißer und Schwankungen, die etwas Licht in die Post-Punk-Finsternis bringen.
Einflüsse aus Übersee
Damit tritt Nomate in die Fußstapfen von Drangsal, der auch immer gut darin war, seine Musik an den richtigen Stellen mit Indie-Einflüssen aufzuhellen und das auch in seiner letzten Single „Life Is A Killer“ unter Beweis gestellt hat. Anders als in der übrigen NNDW-Szene stammen die Einflüsse hier aber scheinbar eher von Übersee, zumindest singt Nomate auf Englisch. Das macht seine gehetzten Texte nicht weniger direkt: „Time is running and I’m running away / Let me feel just something, give me a place to stay“. Dazwischen immer wieder ausgedehnte Instrumental-Passagen, die den Song atmen lassen.
Auch visuell tritt Nomate das Erbe der 80er an. Aufnahmen mit einem alten Sony-Camcorder erzeugen einen glaubwürdigen DIY-Look, dazu die flimmernden Lichter und U-Bahn-Wagons einer Berliner Nacht und ein androgyner Kleidungsstil mit dramatischer Schminke. Nomate scheint sich sehr gut überlegt zu haben, wie er seine Debütsingle „Running“ angeht – und wir können den nächsten Schritt kaum erwarten.
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