Empfehlung des Tages: nullsechsroy – hey there dilara
Kennt ihr noch die Plain White T’s? Was für einige wie Kleiderschrank-Inhalt klingen mag, ist für andere jene Band aus Chicago, welche uns vor 20 (!!) Jahren den Lovesong „Hey There Delilah“ schenkte. Im 6.965 Kilometer entfernten FFM bringt Rapper nullsechsroy den Track wieder auf die Karte – und dichtet vielleicht ein paar Worte um.
Die echte Delilah heißt übrigens Delilah DiCrescenzo und ist US-amerikanische Langläuferin. PWT-Frontsänger Tom Higgenson hatte sie schon in seiner Schulzeit getroffen. Doch dann war sie unerreichbar im entfernten New York.
Der Timesquare wird zum HBF
Nullsechsroys Crush heißt Dilara. Zum Glück ist sie nicht „a thousand miles away“ sondern chillt direkt in Frankfurt City. Und es ist nicht der „Timesquare“ der so hell leuchtet wie sie, sondern der „HBF“. Nullsechsroy hat den „Jibbit“ schon mit „Cali vorgebaut“ und Dilara darf ihn sogar anhauen. High vor Glück wird danach mit dem „Scooter“ auf romantisch zum Main-Ufer gecruist, um den Abend mit einer „Woddi-Mische“ ausklingen zu lassen. „Double-Cup mit Eis“ versteht sich.
Dass die unverwechselbaren Akkorde des Originalsongs zur Parodie einladen, musste übrigens auch Drake im letzten Jahr schmerzhaft erfahren. So kursierte als „Wah Gwan Delilah“ betitelt ein Drizzy-AI-Cover auf Soundcloud. Aber zurück nach 069.
Charmeure im Eintracht-Trainingsanzug
Nullsechsroy ist mit Dilara mittlerweile auf „Saft“ umgestiegen – „Multivitamin“ ist aber nicht drin. Außerdem hat er realisiert dass auch Dilara „bau’n“ und „stopfen“ kann. Sie hat „auf TikTok tausend Views“, aber niemand macht so Auge wie Roy. Die Frage „Hast du ein’n Freund?“ wird dafür aber geghostet.
Auch die TikToks zum Song können sich sehen lassen. Wochenlang wurde Dilara mit den Brüdern überall in Frankfurt besungen. Im Eintracht-Trainingsanzug vor dem HBF, beim FIFA-Zocken im Studio oder mit U-Bahn Tulpen im Park.
Dass Roy nicht nur von Dilara sondern auch von einer Engelsstimme geküsst wurde, zieht sich durch die bereits üppige Diskografie des Anfang 20-Jährigen. Gerade der Kontrast zum sonst so roughen Frankfurt kommt auf Tracks wie „Archivierte Chats“ oder „flexmeinbaddie“ besondern zur Geltung. Und wenn euch am Bahnhofsviertel demnächst ein „Oh, rauch ein’n Jib mit mir“ entgegensäuselt wisst ihr: es sind bloß Dilara und Roy.
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