Empfehlung des Tages: ok.danke.tschüss – Joel
Joel ist jung, Wahlberliner und hoffnungslos verliebt. Hoffnungslos, weil sein Gegenüber alles andere als was Festes will – wie die meisten, die sich im Nachtleben der Hauptstadt herumtreiben. Diesen Joel trifft die Mannheimer Band ok.danke.tschüss in der WG-Küche – und macht ihn direkt zum Protagonisten ihres aktuellen Indie-Hits.
Berghain-Romanze gone wrong
ok.danke.tschüss sind drei befreundete Musiker:innen aus Mannheim, die Einhorn-Rock machen. Was sich hinter diesem Begriff versteckt? Na eben Rock-Musik, die etwas mehr darf als ihre großen Geschwister, musikalisch wie auch inhaltlich. Zum Beispiel von queeren Liebesdramen im Techno-Tempel erzählen.
„Ich hab heut Nacht mein Herz verloren und jetzt bin ich innen ohne / Es hängt noch voll auf Droge in der Berghain-Garderobe“, zitiert Sängerin Eva Sauter zu Beginn ihren imaginären Mitbewohner, der nach dem Club-Besuch zwar noch alle seine materiellen Wertsachen bei sich hat, dafür aber Hals über Kopf verliebt ist. „Ich hab in Berlin einen Jungen gesehen / Er war mitten im Rave und wunderschön / Er hat gesagt, dass er mich mitnimmt / Ganz ohne Commitment“.
Da ist der Haken: Die Sache mit der Verbindlichkeit. „In Berlin gibt es zu diesen Zeiten / Hundertausend Möglichkeiten“, singt Eva und genau diese ständige Vielgleisigkeit hat unser Joel satt. Da mag jetzt völlig aussichtslos klingen, aber dank der tighten Instrumentierung zwischen modernem, knackigen Indie-Pop und funkelnden 80er Synthies ist „Joel“ alles andere als ein trauriger Song. Und sowieso solle ein echter Romantiker bekanntlich nie aufgeben: Vielleicht sucht der nächste attraktive Boy in der Berghain-Garderobe ja doch was Festes.
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