Empfehlung des Tages: Philippa Kinsky – Flowers
Das kennt wohl jede:r: Stundenlanges Doomscrollen auf dem Handy, von einer App zur nächsten stolpern, sich mit anderen vergleichen und so den eigenen Gedanken daran verstärken, dass man selbst auf der Stelle bleibt und nicht vorankommt. Philippa Kinsky hat mit „Flowers“ diesem Gefühl der inneren Unzufriedenheit ein Lied gewidmet.
„Flowers“ ist ein Gute-Laune-Folk-Song in der Manier von Lizzy McAlpine, Holly Humberstone und Maggie Rogers. In dem Track mit dem blumigen Sound singt die deutsch-österreichische Künstlerin davon, dass manche Dinge Zeit brauchen und eben nicht so kommen, wie man sich das wünscht: „I’ve been digging a hole to plant a seed / sat down and waited all day to see if it’d started growing but it was a disappointment“. „Flowers“ überzeugt mit seinem catchy Sound und dem Charme in Philippa Kinskys Stimme. In dem Track geht es um das oft überfordernde Gefühl, mitten in den 20ern zu stecken: „Wrote this song about knowing that I‘m not where I want to be yet but at the same time not knowing how to get there and being afraid of it.“ Eine Erinnerung also daran, dass man manchmal Luft an die Dinge lassen sollte und geduldig bleiben darf, denn die Dinge finden schon ihren Weg.
Mit der Gitarre und Kinskys Summen zwischen den Strophen, wirkt der Song ein bisschen wie ein beruhigendes Wiegenlied. Im letzten Drittel kommt es dann zu einem Oktavwechsel, begleitet von der Feststellung: Hier hat sich was getan. „Flowers“ ist ein reflektierter Indie-Pop-Song mit der Botschaft: Das Leben ist ein Prozess, man braucht keine Angst vorm Wachsen haben und Sonnenblumen wachsen auch nicht an einem Tag in die Höhe. Auch wenn das im Musikvideo so aussehen mag.
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