Empfehlung des Tages: PinkPantheress – Angel
Falls ihr nicht unter einem Stein lebt, habt ihr folgende News mit Sicherheit schon auf dem Schirm: Am 21. Juli erscheint ein neuer „Barbie“-Film – und dank smarter PR-Moves steht das Internet schon über einen Monat vor Release Kopf. Teil dieser ausgeklügelten Marketing-Strategie ist natürlich auch der Soundtrack, der mit einigen Singles zum Kinostart hinführt und mit großen Namen wie Lizzo, Tame Impala, Nicki Minaj und Ice Spice wirbt. Nun ist am Freitag nach „Dance The Night“ von Dua Lipa sowie „Watiti“ vom Latin-Popstar Karol G und Aldo Ranks mit „Angel“ die dritte Single erschienen – und zwar von keiner geringeren als PinkPantheress.
Der Y2K-Faktor
Auch wenn ihr Name in Sachen Bekanntheit offensichtlich hinter einigen anderen Interpret:innen auf dem Projekt zurückfällt, scheint die junge Britin die perfekte Wahl für das „Barbie“-Universum zu sein. Das liegt vor allem daran, dass sich ihr Sound zwischen R&B, Jungle und Garage-Beats an der selben Y2K-Nostalgie bedient, mit der auch der neue „Barbie“-Film punktet und die sowieso gerade so ziemlich alle Sektoren der Popkultur durchzieht. Außerdem repräsentiert sie perfekt eine mögliche Zielgruppe für den Film: Junge Erwachsene, die als Kinder selbst die „Barbie“-Filme geschaut oder mit den Puppen gespielt haben und nun erneut in diesen Kosmos hineingezogen werden.
Zwischen Galway und Ozeanien
Wer von diesen Argumenten noch nicht überzeugt ist, weiß dann spätestens beim Klick auf Play, dass PinkPantheress wie gemacht für diesen Job ist. Breakbeats und sonnige Gitarren kündigen genau die harmlose Highschool-Romanze an, von der die Newcomerin auch singt: „Johnny, my baby, tell me all the details for tomorrow / Johnny, my baby’s hands, they grip my fingers when they’re cold“. Spoiler: Im Lauf des Songs ist es dann schnell aus mit den beiden Teeny-Turteltauben.
Dazu kommen allerlei kuriose Sounds, die PinkPantheress scheinbar kontextlos aus dem Hut zaubert: Rhythmische Sprechgesänge, die fast schon an Jersey Club erinnern, in der Kommentar-Spalte allerdings auf polynesische Traditionen zurückgeführt werden, sowie wildes Rumgefidel, das eher an grüne Wiesen, Guinness und „Galway Girl“ denken lässt. Das klingt zwar genau so abwegig, wie es sich hier liest, macht den Song aber gleichzeitig erst zu der schillernden Kuriosität, die er ist. Und die kommt scheinbar auch bei den Fans erstaunlich gut an. So kommentiert jemand unter dem Video: „Der Song klingt buchstäblich so, als hätten sie ihn auch bei einem der 2010er ,Barbie‘-Film verwenden können. Eine großartige Wahl!“
Hier gibt’s täglich neue Songempfehlungen:
Das neue DIFFUS Print-Magazin
Titelstory: Ikkimel
Auch im Heft: Noah Kahan, Baran Kok, Josi, Robyn, Philine Sonny und Apsilon.
Dazu große Reportagen über die Vaporwave-Szene in Deutschland, die extreme Metal-Szene in Subsahara-Afrika oder das Rap-Projekt „HaftBars“ in einer Berliner Jugendstrafanstalt.