Empfehlung des Tages: PinkPantheress – Break it off
PinkPantheress hat 2021 einen besonderen Nerv getroffen. Dabei schien die Newcomerin aus London keinen schon bestehenden Trends zu folgen – sie kreierte einfach neue. Mit ihrer Y2K-Ästhetik beschwört sie die Zeit der Jahrtausendwende wieder herauf und mischt dabei ganz selbstverständlich Pop und R&B mit Breakbeat-Samples aus alten Garage- und Jungle-Tracks. Mit diesem skurrilen Mix fällt PinkPantheress schnell auf TikTok auf und die Clips ihrer Songs sammeln Tausende von Views. Allen voran einer: „Break it off“.
PinkPantheress – Break it off
Im November 1997 veröffentlicht der britische Produzent Adam F seinen Track „Circles“. Damit liefert er genau das, was die Raver auf dem Zenit der Jungle-Welle hören wollen: Ein satter Bass, ein geisterhaftes Sample aus Bob James’ „Westchester Lady“ und natürlich die schnellen, sich ständig überschlagenden Breakbeats, die so charakteristisch für den Jungle-Sound sind. Wie so viele andere Songs schlägt „Circles“ in der Szene ein, wird gehört, irgendwann tot gehört und schließlich vergessen, begraben unter neuen Trends und Genres.
Zeitsprung
Mehr als zwei Dekaden später entdeckt eine junge Britin den Oldschool-Jungle für sich und stolpert dabei auch über Adam Fs „Circles“. Sie nimmt ihre eigene Version des Songs auf und betitelt sie mit „Break it off“. So in etwa kann man sich die Entstehung von PinkPantheress viralen Durchbruchs-Hit vorstellen. Denn der sampled „Circles“ nicht nur, sondern bedient sich quasi am gesamten Instrumental des Tracks. Trotzdem fügt PinkPantheress etwas Neues und Andersartiges bei, dass die Atmosphäre des Songs ändert: Ihre Stimme. Angelehnt an den R&B der späten 90er und frühen 2000er singt sie über ihren Ex-Partner, von dem sie trotz einer schmerzhaften Trennung immer noch Bestätigung und Zuneigung sucht.
Diese ungewöhnliche Fusion, Jungle und R&B, kam dieses Jahr wie aus dem Nichts und geht hervorragend auf. Seither gibt es natürlich zahllose Nachahmer:Innen, die sich an PinkPantheress’ DIY-Sound orientieren. Vor allem aber hat die Sängerin mit „Break it off“ neue Aufmerksamkeit auf das Original von Adam F gelenkt und sogar vielleicht so etwas wie ein Jungle-Revival losgetreten.
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