Empfehlung des Tages: Rachel Chinouriri – Ribs
Liebe und Krankheit liegen nah beieinander. Zumindest wird das Krank-Sein öfters als Metapher für Verliebtheit genutzt, man denke etwa an ein aktuelles Beispiel: „Fieber“ von Nina Chuba. Rachel Chinouriri betritt mit ihrem Song „Ribs“ also in dieser Hinsicht kein neues Terrain, allerdings wird ihr Vergleich faszinierender, wenn man weiß, dass sie beim Schreiben des Songs tatsächlich so krank war, wie sie es im Text beschreibt.
Infizierende Liebe
Sie erzählt: „Ich schrieb ,Ribs‘, als ich eine Infektion in der Brust und einen Crush auf jemanden hatte und es nervte mich. Daher kombinierte ich meine zwei Ärgernisse und beschrieb meinen Crush als eine Brustinfektion, durch die meine Rippen schmerzen, weil sie tatsächlich schmerzten. […] Im Prinzip ist auf jemanden zu stehen also eine Krankheit, die dich entweder heilen oder schädigen kann – in meinem Fall habe ich mich nie davon erholt.“
Die Metapher geht für Rachel also perfekt auf, wenn sie etwa singt: „Because of you / I’m practically losing all my breath“. Zwischendurch kommt immer wieder diese catchy „Lalala“-Hook, die sich in den Kopf bohrt wie der Gedanke an die andere Person in Rachels Kopf. Wie für ihre Songs üblich, verbindet sie Pop mit bunten, vielschichtigen Beats und Unplugged-Elementen. So treffen hier Akustik-Gitarren und trockene, echte Drums auf schimmernde Synthies und hallige Backing Vocals.
Familiäre Einflüsse
Viele ihrer musikalischen Einflüsse rühren von ihrer Familie. Denn die in England aufgewachsene Rachel wurde traditionell simbabwisch erzogen. Und obwohl sie sich dadurch manchmal von der britischen Kultur isoliert fühlte, bilden diese Eindrücke aus der Heimat ihrer Eltern auch das Gerüst für viele Elemente in Rachels Songs. Eine Mischung, die überzeugt: Schon der Anfang des Jahres konnte ihren Erfolg demonstrieren, so war sie in der näheren Auswahl für den Newcomer:innen-Award BBC Sound of 2023 und spielte Live-Support auf Lewis Capaldis Europa-Tour.
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