Empfehlung des Tages: RGB – Berlin
Songs über Berlin gibt es wie Sand am Meer. Dabei werden die negativen Seiten der Hauptstadt oft genauso beleuchtet wie die positiven. Diese Hassliebe wird auch von Newcomer RGB in seiner neuen Single thematisiert, die passend natürlich mit „Berlin“ betitelt ist. Es ist eine Stadt, die ihn anwidert, die er aber gleichzeitig auch für ihre Versprechung der Freiheit bewundern muss.
Dieser Zwiespalt wird besonders im Musikvideo klar, dort erleben wir Berlin aus zwei Perspektiven: Zuerst aus der von partywütigen jungen Erwachsenen, die die Stadt erkunden; dann aus der Sicht eines unzufriedenen Business-Manns. Funfact: Eine der Nebenrollen wird übrigens von Musikerin Benzii gespielt. Dadurch wird nochmal deutlich, dass die zwei Strophen sich inhaltlich stark voneinander unterschieden und jeweils die guten und schlechten Aspekte beleuchten. So stehen Zeilen wie „Verstaubte Möbel auf der Straße werden zu Kunst auf dem Asphalt“ anderen wie „Du bist kein Freund, nein, du bist ein Sprungbrett“ gegenüber.
Oder wie RGB es selbst erklärt: „Es geht um zwei völlig unterschiedliche Charaktere: Um den Neu-Zugezogenen, der sich total in der Euphorie des Berliner Party-Lebens verliert, sich treiben lässt und einfach Spaß hat. Und den, der nur noch die negativen Seiten sieht und zunehmend erschöpft wirkt von der Stadt. Im Grunde handelt der Song von Veränderung und davon, dass manche Dinge aus einem anderen Blickwinkel gar so begehrenswert erscheinen, wie man vielleicht annimmt.“
Gleichzeitige Melancholie und Euphorie
Musikalisch wird ebenfalls mit Kontrasten gearbeitet. Das melancholische Gitarren-Arpeggio, die deprimierenden Klavierakkorde und die kalten Synthesizer wirken trotzdem irgendwie euphorisch. Besonders, wenn RGB im Refrain darüber mit inbrünstiger Stimme schreit: „Ich liebe Berlin!“ Seine Rap- und Gesangsparts klingen leidend und gleichzeitig triumphierend, außerdem ein perfektes Beispiel dafür, dass Auto-Tune definitiv nicht, wie immer noch von manchen vorgeworfen, die Emotionen aus einer Performance eliminieren muss, sondern sie verstärken kann.
Die Farbpalette von RGB
Mit „Berlin“ liefert RGB also ein beeindruckendes künstlerisches Statement – und seine erste Single als Künstler bei Universal. Davor war er aber alles andere als untätig, man findet schon einige Singles unter seinem Namen auf Streaming-Services, und zudem war er auch schon als Produzent für Artists wie Schmyt, $oho Bani oder Wa22ermann aktiv. Sein Name, RGB, bezeichnet die Farben Rot, Grün und Blau, die auch als „Lichtfarben“ bezeichnet werden. Sie spiegeln wider, was für unterschiedliche Nuancen seine Musik hat, mal energisch, mal melancholisch und nachdenklich. Alle diese werden in „Berlin“ reflektiert.
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