Empfehlung des Tages: RGB, Maïa – Sandmann
„Sandmann, lieber Sandmann“ – bei diesen Worten denken die meisten wahrscheinlich an wohlige Momente kurz vorm Schlafengehen als Kind. An Sicherheit, Geborgenheit oder vielleicht auch daran, dass man eigentlich noch gar nicht ins Bett gehen möchte. In ihrem neuen Featuresong drehen RGB und Maïa diese warmen Assoziationen jedoch einmal auf links und kreieren ein eher unheimliches Schlaflied: „Sandmann, lieber Sandmann, ich bin wieder so weit / Gib mir ein’n Traum und eine Pumpgun, den Rest schaff‘ ich allein, ja / Sandmann, lieber Sandmann, es ist trist in meiner Gegend / Ich bin einsam im Treibsand, brauch‘ jemanden zum Reden“.
Wie schon RGBs vorheriger Song „Angst“, eröffnet auch „Sandmann“ mit einem eher klassisch-inspirierten Sound. Während „Angst“ mit seinem 3/4 Takt an einen Walzer angelehnt ist, erinnern die eröffnenden Klänge in diesem Song ein wenig an französischen oder gar russischen Chanson. Der melancholisch tiefe Pop-Beat ergibt in Kombination mit den Stimmen von RGB und Maïa den Soundtrack zu einem modernen düsteren Märchen. Die Haupthandlung? Unser aller alltäglich Leben: „Und wie heißt dieser eine Film / Wo sich der Tag immer wiederholt? / Ja, in genau so ei’m bin ich drin / Weil mich die Routine immer wieder holt“.
RGB hat in der Vergangenheit schon mit befreundeten Artists wie Wa22ermann, Schmyt, Lostboi Lino oder $oho Bani produziert. Seit 2022 fokussiert er sich vermehrt auf eigene Musik und konnte mit Songs wie „Verschwende deine Jugend“ oder „Berlin“ beweisen, das er auch als Solokünstler punkten kann. Für Maïa ist die düstere Soundwelt von „Sandmann“ keine Neuheit – im Gegenteil. Die Newcomerin erkundet in ihren Songs in minimalistischen Soundwelten mit melancholischen Klaviermelodien, tiefen Beats und Synths die dunklen Ecken ihrer Gedanken. Die perfekte Duett-Partnerin also für RGB’s Interpretation vom Sandmann.
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