Empfehlung des Tages: Ronja – Sorgenkind
In ihrer EP „Sichtrennen, Vergessen, Vergeben“ hatten Ronjas bekannt melancholische Songs noch eine hoffungsvolle Ebene, die an den Stil von Lena&Linus und Blumengarten erinnerten. „Sorgenkind“ dagegen ist düster, wütend und schwermütig. Nicht nur der Visualizer greift die rebellische Wehmütigkeit von Avril Lavigne, Silbermond und LaFee aus den 2000ern auf. Im Video sitzt Ronja allein im Wasser in der Dunkelheit – was das Gefühl abbildet, was sie besingt. Jedoch wirkt es, als ob sie sich gerade in dieser Dunkelheit zurechtfinden würde: „Ich bin ein Sorgenkind / Fühl mich blind / Wenn ich mir nicht den Kopf zerbrech“.
Die E-Gitarre leuchtet wie eine Taschenlampe den Weg durch diesen gedanklichen Tiefgang. Wie auch schon bei „Trauriger Disco Song“ wurde Ronja bei „Sorgenkind“ in der Produktion unter anderem von Klan-Mitglied Stefan Heinrich unterstützt.
Es hat sich nicht nach „Ronja“ angefühlt
Auf Instagram gibt die Sängerin Einblicke in den Entstehungsprozess des Songs, der sich „irgendwie auch kaum nach ,Ronja'“ angefühlt habe: „Ich will wissen, wer ich bin, warum ich diese Version geworden bin und die Wahrheit zu allem herausfinden. Oft ist das schwer, fühlt sich kompliziert und anstrengend an, manchmal ist das aber auch genau das, was mich so tiefgründig und ehrlich macht.“
Und so fühlt sich dieser melodische Stimmungswechsel an, als ob Ronja genau das gebraucht habe, um sich selbst ein bisschen näher zu kommen und den Tiefen ihrer Melancholie auf den Grund zu gehen: „Weiß nie genau, wonach ich such / Glaub nur ich muss in allen Dingen / Ne tiefere Bedeutung finden“.
Ronja beendet das Lied, die Vergangenheit, Gegenwart und Zukunft reflektierend: „Ich bin ein / ich war ein / ich bleib ein Sorgenkind“. „Sorgenkind“ gibt all denjenigen einen Raum, die sich selbst auch in Melancholie und Wehmut wiederfinden. Wir bleiben also gespannt, in welche Tiefen ihrer Gedankenwelt uns Ronja als nächstes mitnimmt.
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