Empfehlung des Tages: Salò – Ich glaube nicht an Dinosaurier
Da finden Forscher ein paar Knochen und schon ist die ganze Welt aus dem Häuschen und quasselt irgendwas von irgendwelchen Urzeitechsen. Wozu die ganze Aufregung? Im neuen Song schlägt sich Newcomer Salò ironisch auf die Seite aller Schwurbler, Zweifler und Theorien-Stricker und singt über NDW-Gedudel: „Ich glaube nicht an Dinosaurier“.
Als Uneingeweihte:r kommt einem Musikproduktion gerne mal vor wie eine komplexe Raketenwissenschaft oder wie Zauberei, wenn unsere Lieblings-Beatmaker wieder in Windeseile Melodien und Rhythmen entstehen lassen. Dass die ganze Sache manchmal halb so wild ist, zeigt uns der Wiener Newcomer Salò. Die Produktion für seine neueste Single „Ich glaube nicht an Dinosaurier“ basiert auf einem einzigen, kostenfreien Sample-Loop, der mit der Apple-Standard-Software Garageband kommt. Aus diesem Schnipsel, das wie eine Synth-Orgel klingt, wird ein skelettaler Beat, der von monotonen Drum Machine-Sounds bei der Stange gehalten wird. Das puristische Arsenal, mit dem Salò hier arbeitet, erinnert dabei an Bands wie Trio oder DAF, die ja dank NNDW-Hype gerade so gut im Kurs stehen wie schon lange nicht mehr.
Ich male mir die Welt, wie sie mir gefällt
Auch in seiner Vortragsweise tritt Salò in die Fußstapfen der Neuen Deutschen Welle. Hohl, beinahe mehr gerufen als gesungen, simple Worte hinter denen viel steckt: „Dunkle Nächte und dunkle Tage / Ich lebe auf der Welt auf der untersten Etage“. Wer sich benachteiligt fühlt, versucht nach einer Lösung und einer Erklärung für sein Übel zu suchen. Im Extremfall endet das in einem verzerrten Weltbild, denn die losen Fäden der einen Verschwörungstheorie führen schnell zur nächsten, bis alles – scheinbar – Sinn ergibt. Salò führt diese Denkweise auf die Spitze und bellt im neuen Song: „Ich glaube nicht an Dinosaurier / Ich glaube nicht an euren Mond“ und „Baby, bitte sag mir, ob du noch an die Sterne glaubst“.
Mit dem neuen Song knüpft Salò an das genauso absurde „Geil auf Betong“ an und liefert damit schon die zweite Single für sein Debütalbum „Subjektiv Betrachtet“, das im Mai erscheinen soll.
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