Empfehlung des Tages: Schmyt – Niemand
Vor einigen Wochen verkündetet die Berliner Band Rakede ihr endgültiges Aus. Doch wo sich eine Tür schließt, geht eine andere auf: Sänger Julian Schmit beginnt unter dem Namen Schmyt eine ambitionierte Solo-Karriere deren Grundstein bereits im April mit dem Song „Niemand“ gelegt wurde. Kein Feuerwerk zur Begrüßung, kein zeitgeistiger Materialismus, stattdessen eine Bekenntnis an die emotionale Zerrissenheit nach dem Beziehungs-Aus.
Der Song nimmt uns mit in die Situation eines beklemmenden Aufeinandertreffens: Der Ex und der Neue. Auf die Frage nach dem Wer, sagt sie ihrem neuen Freund nur „Ach, das ist niemand“. Das erzählt Schmyt begleitet von bedrohlichen Klaviernoten, die zeitgleich mit seiner Stimme schließlich ausbrechen: „Niemand macht sich kaputt, hängt bis morgens neun im Club/ Macht auf cool, doch heult im Suff, ja, niemand möchte dich zurück“. Den doppeldeutigen Text schreit Schmyt schonungslos ehrlich hinaus und gewährt so einen musikalischen Blick hinter die Fassade des eigenen Stolzes.
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