Empfehlung des Tages: Schramm – Off without me
Es gibt Künstlernamen, die drei mal um die Ecke gedacht sind und dann gibt es solche, die einfach nach genau dem klingen, was drin steckt. In diese Kategorie fällt Schramm: ein Newcomer aus Wuppertal, dessen lautmalerischer Name perfekt zu seinem kantigen Indie-Rock passt. Nachdem der junge Musiker jahrelang für und mit anderen gearbeitet hat, geht er heute den ersten Schritt zur eigenen Karriere. „Off without me“ ist Schramms erstes Lebenszeichen, grimmiger Post-Punk aus der Isolationszelle.
Schramms kommende Debüt-EP, die im August erscheinen soll, ist ein Statement: „I made this for myself (I didn’t make it for you“. Diese Ansage ist wörtlich zu verstehen, denn der Newcomer hat in den vergangenen Jahren sein Talent vor allem für andere genutzt. Schramm war hinter den Kulissen von vielen Videoproduktionen, unter anderem für Viva Con Agua oder Samy Deluxe. Aber irgendwann musste etwas anderes kommen.
„Ich habe die letzten 5 Jahre oder so super viele Sachen für andere Leute gemacht, vor allem im Foto- und Filmbereich. Dadurch durfte ich richtig viele tolle Künstler*innen und einige sehr enge Freund*innen kennenlernen – dafür bin ich enorm dankbar. Trotzdem war schon Ewigkeiten auf meiner Agenda mal ein Projekt nur für mich selbst zu machen. Ich liebe es, für und mit anderen Artists zu arbeiten, aber wie soll das meine narzisstischen Veranlagungen befriedigen, wenn ich immer nur hinter der Kamera stehe?“, sagt der Musiker mit Augenzwinkern. So startete das Projekt Schramm, dank dem wir nun in den kommenden Monaten Zeuge dieser narzisstischen Veranlagungen sein können. Den Anfang macht dabei die neue Single „Off without me“, die den Newcomer mit einem regelrechten Knall vorstellt.
Post-Punk aus der Zelle
Schramms kommendes Debüt wird eine Bandbreite von Indie-Rock mit Bedroom-Pop eröffnen, aber hier gibt es erstmal eins auf die Ohren: Post-Punk. Und zwar so ganz nach Blueprint: Grummel-Bassline, statische Beats aus der Drum Machine und Zeilen aus einem gequälten Kopf: „You said it’s not too late / It’s getting late“. Schramm entscheidet sich für Englisch und macht seine Musik für eine internationale Hörer:innenschaft zugänglich. Dabei haucht er mal mit Autotune und James Blake-Manier, spuckt dann wieder seine Worte wie Gift und lässt sogar Anleihen von Sprechgesang durchblicken. Abgerundet wird das durch ein denkbar simples, aber stilsicheres Video, dem man Schramms Sinn für Filmproduktionen ansieht. Der Newcomer ist kaum mehr als eine verpixelte Silhouette, alleine in einer engen Zelle mit seiner Gitarre und einem Mikrofon. Ganz für sich selbst – endlich.
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