Empfehlung des Tages: Search Yiu – Leer
Dass der in Landau aufgewachsene Künstler Search Yiu seine Borderline-Erkrankung offen und ehrlich in der Öffentlichkeit anspricht, ist nicht erst seit gestern bekannt. „Mental Mall“ heißt der Podcast, den der 30-Jährige gemeinsam mit Musikerin Mia Morgan seit März 2020 im Zwei-Wochen-Takt veröffentlicht und dort über persönliche Erfahrungen mit Depressionen, Schlafparalysen oder Angst spricht. Aber nicht nur dort kann man als ZuhörerIn extrem private Einblicke in Sörens Gedanken- und Gefühlswelt erhaschen. Auch bisherige Songveröffentlichungen seines Albums „Alles was ich habe“ – das sich soundtechnisch irgendwo zwischen Pop, R’n’B, Hip-Hop und Emo ansiedelt – verraten, welch düstere Eingebungen Search Yius Alltag hin und wieder plagen. Doch für Sören Hochberg, wie der Musiker mit bürgerlichem Namen heißt, ist diese Art der Verarbeitung auch in gewisser Weise „therapeutisch“, erklärt er: „Ich habe gelernt, dass es mir besser geht, wenn ich mich mit mir beschäftigte, wenn ich mir erlaube, es mir gut gehen zu lassen“. Seine jüngste Single „Leer“ klingt allerdings alles andere als entspannt und zeichnet sich mit seinen brachialen, gehetzten Sounds als eine schnellere Nummer Search Yius aus. Schon das „Fuck it!“, welches einen brachialen Sturm aus wummernden Synthies und Bässen lostritt, zeigt, dass er neben den bittersüßen Ohrwürmern eben auch ordentlich Dampf mit seiner Musik machen kann. „Völlig überfordert, keine Lust zu verlieren / Niemand muss den Frust inhalieren / Keine Sorge, bald ist alles vorbei / immerhin sind wir zu zweit“ heißt es im zweiten Part. Doch lasst euch von den ehrlichen, einfühlsamen Worten und dem sanften Cover, auf dem man den Künstler mit entspannt geschlossenen Augen sieht, nicht täuschen: „Leer“ klingt brutal, laut und nach allem anderen als das, was der Titel andeuten könnte. Wir pumpen diesen Banger jedenfalls, um uns durch den Winter zu schlagen und warten aufgeregt auf das neue Album von Search Yiu.
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