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Empfehlung des Tages: Sega Bodega feat. Arca – Cicada

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Habt ihr euch jemals gefragt, wie Reggaeton im Jahr 2050 klingen könnte? Naja, wir auch nicht, aber Sega Bodega hat uns trotzdem eine Antwort auf diese sehr spezifische Frage geliefert. Der Sänger und Produzent stammt aus Glasgow und lebt inzwischen in London, am Ehesten ist seine Musik aber im digitalen Space verankert. In den vergangenen Jahren hat er einen sehr erwachsenen und anspruchsvollen Entwurf dessen geliefert, was häufig als Hyper Pop bezeichnet wird. Statt dem bunten, überdrehten Sound seiner Zeitgenoss:innen, fallen Sega Bodegas Songs häufig düster und beklemmend aus. Abwechslungsreiche Rhythmen, entfremdete Samples und synthetisches Flimmern ziehen sich durch die Stücke, auf denen Sega wie eine überentwickelte K.I. performt.

Einmal mehr erforscht der Musiker diesen Sound mit seinem kürzlich erschienen, zweiten Album „Romeo“. Darauf enthalten ist der Song „Cicada“, auf den die anfangs erwähnte Beschreibung perfekt passt: Elektronische Reggaeton-Klänge aus der Zukunft. 

Sega Bodega feat. Arca – Cicada

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Verstärkung für den Song liefert eine Koryphäe aus diesem Gebiet: Arca. Die in Venezuela geborene Musikerin schafft es immer wieder, die traditionelle Musik ihrer Heimat mit experimentellen Elektro-Klängen zu verbinden. Das gelingt auch mit „Cicada“. Fundament für den Song bildet der tanzbare Reggaeton-Beat. Er scheint das einzige vertraute Element in einer futuristischen Soundlandschaft zu sein, die Sega Bodega und Arca entstehen lassen. Die Stimmen der beiden Künstler:innen sind unter all den Effekten kaum zu unterscheiden und fließen nahtlos in einander, klingen mal eher männlich, mal weiblich, meistens gänzlich androgyn. Im Hintergrund hängt zwar eine ferne, melancholische Melodie, aber eigentlich ist es dieser spannende Einsatz der Stimmen von Sega Bodega und Arca, der das tragende Instrument von „Cicada“ bildet. Wie ein lebendiges Wesen verformt sich der Song und flattert unruhig von einem Part in den anderen – wie die titelgebenden Zikaden eben. Die Insekten sorgen weltweit mit ihrem irrsinnig lauten Zirpen für schlaflose Nächte und bieten in der Hook die Grundlage für ein beklemmendes Bild: „Do you live in my head? Like a whole cicada brood“.

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