Empfehlung des Tages: Sevdaliza – Oh my God
Sevdalizas Instagram-Feed wirkt wie eine Ansammlung von Ausschnitten einer ganz persönlichen Kunstgalerie der iranisch-niederländische Künstlerin aus Rotterdam. Die 32-Jährige Elektro-Pop-Sängerin legt sehr viel Wert auf Optik und Visualisierung. Dies wurde schon mit der Veröffentlichung ihres Debütalbum „Ison“ im Jahr 2017 deutlich, auf dem sie ihren RnB- und Hip-Hop-Einflüssen einen ganz besonderen Platz bot. Und das mit Erfolg: Das Album erreichte Platz eins der iTunes-Charts für elektronische Musik. Nun meldet sich die Songwriterin mit ihrem zweiten Album „Shabrang“ zurück und liefert einen musikgewordenen Rundgang durch eine moderne Kunstausstellung. Der Begriff „Shabrang“ kommt ursprünglich aus der persischen Mythologie und bedeutet soviel wie „Farben der Nacht“. Ebenso mystisch wie der Name klingen auch einzelne Tracks des Albums. Der avantgardistische Touch, der schon in Sevdalizas Bildern und Artworks deutlich wird, verstärkt sich insbesondere auf der Singleauskopplung „Oh My God“ des aktuellen Albums. Auch wenn der Song zunächst schwer greifbar und futuristisch wirkt, überzeugt er im Verlauf mit einer eingängigen Hook. Außerdem ist „Oh My God“ nicht nur soundtechnisch interessant, sondern auch thematisch. Sevdaliza liefert mit der Single ein politisches Statement, spricht den Konflikt zwischen den USA und dem Iran an und zieht ein Resümee über das aktuelle politische Klima der Welt. „Oh my God / Who should I be? / What is it you want when you come for me? / Every time, you’re another evil / Waiting for an angel that you bring to Hell”.
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