Empfehlung des Tages: Shoki – Schweinegeld
Shoki ist gerade drauf und dran, die deutsche Rap-Szene zu übernehmen – eine Single nach der anderen. Ihr aktueller Aufstieg hat sich schon angebahnt, seit die Newcomerin zum ersten Mal im Dunstkreis ihrer Crew Tiefbasskommando aufgetaucht ist. Nun startet Shoki auch mit eigenen Songs durch und reizt dabei beständig aus, wie viel ihre Fans abkönnen. Ihre neueste Single „Schweinegeld“ widmet sie allen Verehrern, die ihr Konto füllen.
Seit Shoki als Featuregast das letzte Tape von Ski Aggu bereichert hat, verfolgen viele Blicke gespannt ihren Werdegang. Von dieser neuen Aufmerksamkeit lässt sich die Newcomerin mit der Latexmaske allerdings nicht beirren. Ihr letzte Single „Filme“ klingt wieder absolut kompromisslos, wie als wolle Shoki sagen: Jetzt erst recht! Zwischen rasselnden Beat-Elementen und Synthies malt sie ihre Sex-Fantasien in schockierenden Sprachbilder: „Will‘ meine Hüften auf dir kreisen / Mich an deinen Schenkeln reiben / Will’ kein Quickie, will’ ne Reise / Will’ es mehrmals mit dir treiben“. Was andere nur still und heimlich denken, packt Shoki kokett in Reime und genießt sichtlich die Provokation.
Wenn nicht mit Rap, dann mit „Schweinegeld“
Nun hat die TBK-Rapperin kurz vor Weihnachten eine weitere Single veröffentlicht – und treibt ihre Obszönitäten ausgerechnet zur Zeit der Besinnlichkeit auf die Spitze. „Schweinegeld“ huldigt allen Typen, die darauf stehen, Frauen auf OnlyFans, Twitter und Co. mit Geld zu überhäufen: „Willst du mir dienen? / Und dein Konto leeren? / Ja, du kannst dich bewerben / Doch ich nehm nicht jeden Wicht“. Insbesondere die Hook klingt ohne den Fetisch-Kontext fast schon problematisch: „Die Sklaven, sie putzen / Die Gang ist am Rotzen / Wir sind keine Freunde / Ich will dich nur benutzen“.
Nasaler und sexueller Genuss – inhaltlich ist bei Shoki also alles beim alten. Musikalisch gibt es mit Support von Ericson dafür eine Überraschung: Die Newcomerin versucht sich erstmals an einem action-reichen Jersey-Beat. Wenn ihre Zahlschweine Shoki auch nur halb so sehr verehren, wie es diese Hymne verspricht, müssen wir uns fürs Erste keine Sorgen über ihr Einkommen machen – Rap hin oder her.
Mehr Deutschrap in unserer Playlist:
Das neue DIFFUS Print-Magazin
Titelstory: Ikkimel
Auch im Heft: Noah Kahan, Baran Kok, Josi, Robyn, Philine Sonny und Apsilon.
Dazu große Reportagen über die Vaporwave-Szene in Deutschland, die extreme Metal-Szene in Subsahara-Afrika oder das Rap-Projekt „HaftBars“ in einer Berliner Jugendstrafanstalt.