Empfehlung des Tages: Sira Faal & Whitey – Anomalie
Die Berliner Künstlerin Sira Faal hatte mit ihrer Single „Einfach“ das letzte Mal im Juni 2025 releast. Jetzt liefert sie mit ihrer neuen Veröffentlichung „Anomalie“ eine Momentaufnahme, die vor Nonchalance nur so strotzt. In gewohntem Berliner Sprech und mit mühelos eingestreuten englischen Begriffen besingt sie das unverbindliche, schnelle Leben in der Hauptstadt. Das alles auf einem passend dazu treibenden, basslastigen Techno-Beat von Whitey, mit dem sie schon in der Vergangenheit an Tracks wie „52 Wochen“ gearbeitet hat.
Sira Faal: „Bin nur einmal in mein 20s, was hast du gedacht?“
Inhaltlich dreht sich im Song alles um den Egoismus und Hedonismus, der oft mit einem ausgiebigen Partyleben einhergeht. Getreu dem Motto: „Bin nur einmal in mein 20s, was hast du gedacht?“. Mit der wohl eher sarkastisch gemeinten Zeile „Das so Berlin“ rechnet Sira mit dem Lifestyle ab: „Drei Tage wach und nüchtern nie, bin so down, nach Hochflug sagst du, fällt man tief.“ Im Kontrast dazu beschreibt sie im Text auch eine unbeschwertere Zeit und wirft den Blick fast zwei Dekaden zurück. „Sommer 2010, hab noch keinen Handyscreen“. Genau dieser Kontrast zwischen der Sehnsucht nach früher und der Härte der Gegenwart macht den Song aus.
Das zugehörige Musikvideo von Larissa Krüger und Bennet Henkel spielt ironischerweise nicht in Berlin, sondern in London. Sira bewegt sich darin durch nächtliche Straßen, hängt auf Fußballplätzen oder im Treppenhaus herum. Die Ästhetik wird durch verwackelte Club-Bilder unterstützt, die wie selbst gefilmtes Handy-Footage wirken. Neben Sira tauchen im Video auch der Produzent Shirama sowie weiterer Berliner Friends der Sängerin und Schauspielerin auf. Das verleiht dem Ganzen trotz des Drehorts London die gleiche familiäre Note, die wir aus der Berliner Bubble rund um BHZ gewohnt sind.
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