Empfehlung des Tages: Stoerenfred – Wie es ist
Auf seinem selbstbetitelten und selbstproduzierten Debütalbum „STOERENFRED“ verbindet der Berliner Künstler Frederick Perchalla Punkparolen der Goldenen Zitronen mit Indie-Rock à la Peter Doherty. Dazu kommen Tocotronic-nahe Lyrics und einer Liedermacher-Mentalität, die an Rio Reiser erinnert. Diese Assoziationen, die ein wenig aus der Zeit gefallen klingen, weckt er ganz bewusst. Denn mit den zehn Songs will Perchalla keinen flüchtigen Hype erzeugen, sondern auf Zeitlosigkeit setzen. Trotz generationenübergreifendem Klang schöpft er die Möglichkeiten der Musikproduktion von heute vollends aus.
Obwohl das Album also musikalisch der Vergänglichkeit trotzen will, beschäftigt sich der Song „Wie es ist“ mit einem allseits bekannten Spannungsfeld. In Zeilen wie „Wer spielt uns hier ’nen Streich/ gegen die Unendlichkeit/ scheint nicht alles was uns treibt/ unglaublich nichtig und klein.“ beschreibt der Künstler die eigene, begrenzte Zeit, neben der Unendlichkeit des Universums. Vertont werden diese existenziellen Gedanken mit eingängigen Gitarrenläufen, einem wehleidigen Akkordeon und einem plänkelnden Toypiano. Stoerenfreds Gesang gießt die gedichtartigen Zeilen – samt Reinhard Mey Referenz – schließlich in Chanson-Form. Wer vielleicht keine Antwort auf diese Fragen, aber zumindest ein gutes Konzert sucht, kann Stoerenfred dieses Jahr auf der Fusion oder bei der Bucht der Träumer sehen.
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