Empfehlung des Tages: Streichelt – Einwohnermeldeamt
Mit „Einwohnermeldeamt“ liefert Streichelt einen augenzwinkernden Lovesong, der ausgerechnet dort stattfindet, wo Romantik sonst eher selten ist: Und zwar zwischen Wartemarken, Papierstapeln und genervten Blicken. Der Track erzählt von einem spontanen Crush auf die Frau vom Einwohnermeldeamt, einer verpassten Gelegenheit und einem ziemlich aufwendigen, aber konsequent durchgezogenen Plan für den zweiten Versuch: „Werde meine Anschrift ändern bis ich dich wiederseh’/ Ein Leben zwischen Ämtern find‘ ich total ok.“ So viel Hingabe würde man sich öfter wünschen.
Einwohnermeldeamt: Aus NNDW wird Art-Pop
Musikalisch bewegt sich „Einwohnermeldeamt“ in einer eigenwilligen Mischung und der Nürnberger NNDW-Künstler Streichelt schlägt für ihn ungewohnt Art-poppige Töne an. Der Song klingt nämlich, als hätte sich die Band Bilderbuch auf einen hektischen Breakbeat verirrt. Gitarren treffen auf modernen Elektropop, verspielt und leicht schräg, werfen den Song dabei aber keineswegs aus der Bahn. Nach der zuletzt erschienenen EP „Rosenkrieg“ führt Streichelt hier die gewohnte charmante Beobachtung zwischenmenschlicher Dynamik weiter.
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