Empfehlung des Tages: The Empire Police – Northern Bones
Es scheint, als hätten britische Bands seit dem Brexit noch mehr Schärfe, mehr Unmut, mehr politischen Fokus. So auch The Empire Police, die energischen Rock mit leidenschaftlichen Texten machen. Seit 2015 ist das Quartett aktiv und haut fleißig Singles und EPs raus. Sie haben eine Wut, die sie mit vielen der aktuellen Post-Punk-Bands gemein haben, diese vermischen sie aber mit einem zugänglicheren Alternative-Rock-Sound. Dabei kommt eine Mischung heraus, der man kaum widerstehen kann.
Auch „Northern Bones“ ist ein wütender Song, der aber nicht nur durch seine Energie, sondern auch die eingängigen Riffs und Melodien im Kopf bleibt. Catchy, aber man hört eben raus, dass die Musiker:innen auch virtuose Tendenzen haben. Zwar gibt es keine ausschweifenden Soli, aber die kleinen Fills in Schlagzeug und Bass sowie die atmosphärischen Lead-Lines, die die Gitarren beisteuern, zeugen von genreübergreifender, musikalischer Kreativität. Und auch die massiven Riffs, die den Song beenden, kommen mit vertrackten Rhythmen und damit umso mehr Wucht daher.
Enttäuschung und Nicht-Aufgeben
Der Song steckt voller Dringlichkeit, in Jordao Bassas aufgebrachtem Gesang und seinen poetischen Texten. Er singt von der Flucht vorm Alltag, dem Realisieren von Träumen, aber auch dem Enttäuschtwerden: „A life forever lost to a dream we might forget / So every moment we should savour / Though justice only ever works in someone else’s favour“. Nach Aufgeben ist The Empire Police aber nicht zumute, das hört man auch in der ruhigen, verträumten Bridge, nach der sich die Instrumente dann nochmal zu einem letzten, lauten Refrain hin aufbauen. „Northern Bones“ ist damit ein dynamisches, mitreißendes Erlebnis, das uns nur noch verbissener auf ein Debütalbum der Band hoffen lässt.
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