Empfehlung des Tages: The National, Taylor Swift – The Alcott
Swifties wissen: Es ist nicht das erste Mal, dass dieses Team zusammenarbeitet. Als Produzent und Co-Songwriter war The National-Gitarrist/Pianist Aaron Dessner ein integraler Teil von Taylor Swifts Neuerfindung in den Geschwisteralben „Folklore“ und „Evermore“ (sowie den Bonustracks des letzten Albums „Midnights“). Auf dem Song „Coney Island“ war sogar die ganze Band als Feature vertreten. Nicht verwunderlich also, dass Taylor sich bei The National revanchiert und in „The Alcott“ einen Gegenpart zu Sänger Matt Berninger liefert.
Reunion an der Hotelbar
Der Song dreht sich um das zögerliche Wiederaufleben einer Beziehung, die sich langsam verliert oder schon vor Jahren verloren hat. Matt erklärt: „Es geht um zwei Leute mit einer langen Vergangenheit, die an einen Ort zurückkehren und versuchen, einen bestimmten Moment wieder zu erleben. Es hat das Gefühl eines letzten, verzweifelten Versuchs, an einer Beziehung festzuhalten, aber da ist ein Hauch von etwas Positivem, wo man die Anfänge einer Wiedervereinigung sehen kann.“ Zusammen treffen sie sich nun an einer Hotelbar, die „The Alcott“ heißt.
Ein langsames Wiederaufblühen
Wir begleiten Matt beim Betreten der Bar und hören all die Gedanken, die er während dieses Treffens hat: „And there you are, sittin‘ as usual / With your golden notebook / Writin‘ something about someone / Who used to be me“. Taylor nimmt hier die andere Rolle ein und wirft immer wieder Fragen ein, Ängste, weshalb es nicht funktionieren könnte oder sollte – aber doch sind sich beide einig, dass da wieder etwas aufflammt.
Über melancholische Klavierakkorde kommen mit der Zeit immer mehr subtile Akzente aus Gitarren, Streichern und elektronischen Drums dazu und steigern sich zu einem sanften Crescendo, so wie die Verbindung zwischen den beiden Partner:innen langsam wieder aufblüht.
Wachstum und Rekalibrierung
Die Inspiration kam laut Matt Berninger von seiner mittlerweile über 20-jährigen Beziehung mit seiner Frau. In dieser Beziehung habe er immer wieder gelernt, wie man mit Stolpersteinen und persönliche Weiterentwicklungen umgehen muss, um sich nicht auseinanderzuleben: „Man muss der anderen Person erlauben, zu wachsen. Lernen, zu rekalibrieren, ist nicht einfach, aber so bleiben Sachen erhalten. Ich versuche immer, die Schattenseiten zu zeigen, um herauszufinden, was die Dinge sind, die Beziehungen zum Einsturz bringen, und wie man sie vermeidet. Ich schreibe viel über Dinge, die ich vermeiden will.“
Hier gibt’s täglich neue Song-Empfehlungen:
Das neue DIFFUS Print-Magazin
Titelstory: Ikkimel
Auch im Heft: Noah Kahan, Baran Kok, Josi, Robyn, Philine Sonny und Apsilon.
Dazu große Reportagen über die Vaporwave-Szene in Deutschland, die extreme Metal-Szene in Subsahara-Afrika oder das Rap-Projekt „HaftBars“ in einer Berliner Jugendstrafanstalt.