Empfehlung des Tages: Tim Baldus – Schleudersitz
Tim Baldus befindet sich im freien Fall – irgendwo zwischen Euphorie und Overthinking. Also drückt der Newcomer den „Schleudersitz“ und widmet dem alltäglichen mentalen Struggle und seinem Umgang damit einen eigenen Song. Die titelgebende Metapher ruft klare Bilder in den Kopf, trotzdem sind Tims Zeilen offen genug, um eine Fläche für Identifikation zu eröffnen: „Gedanken um mich drehen sich und ich dreh mich mit / Bitte schalt mich aus, ich glaub’ ich werd langsam verrückt / Das Triebwerk brennt, drück den Schleudersitz / Ich flieg und denk alles neu für mich“. Der Sound dazu klingt wie die goldene Mitte aus Pop und Deutschrap – wuchtige 808-Beats, ein dramatisches Piano, viel mehr braucht es nicht, denn die Stimme von Tim Baldus kann problemlos für sich stehen.
„Schleudersitz“ klingt schon sehr rund und ausproduziert, dabei ist die neue Single erst der dritte Release von Tim Baldus. Zuvor veröffentlichte der 26-jährige im Sommer die beiden Songs „Letzter Zug“ und „Blüten“, mit denen er sich in der hiesigen Newcomer-Landschaft erstmals einen Namen machte. Obwohl Tim Baldus gerade erst die ersten Schritte in seiner jungen Karriere geht, ist jetzt schon ein roter Faden in seiner Musik erkennbar: Er vertext seine eigenen Coming-of-Age-Erfahrungen auf eine Art und Weise, in der sich jede:r wiederfindet, der oder die schonmal Mitte 20 und lost war.
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