Empfehlung des Tages: Tom Blanc – Kleinstadt
Wer in der Musikbranche tätig ist, bekommt schnell den Eindruck, jede:r hier kommt aus Berlin oder tut zumindest so. Nicht so Tom Blanc. In seiner neuesten Single besingt der Newcomer die „Kleinstadt“ aus der er stammt und die Tristesse im Nirgendwo, die man nur aushalten kann, wenn man anfängt, seine Gefühle zu Kunst zu machen.
„Komm aus ‘ner kleinen Stadt am Main, nein, ich komm’ nicht aus Berlin“, dröhnt Tom Blanc in der Hook seines neuen Songs und liefert damit ein Geständnis, mit dem sich viele schwer tun. Wer den Newcomer aufmerksam verfolgt, weiß übrigens, dass es sich bei besagter Stadt um Aschaffenburg handelt – nicht gerade der Kreativ-Hotspot, aber vielleicht gerade deshalb der perfekte Nährboden, um zu seiner eigenen künstlerischen Sprache gefunden. Eine Prozess, den Tom Blanc gerade scheinbar in Lichtgeschwindigkeit durchlebt.
Erst 2021 hat uns der heute 25-jährige seine Debütsingle „Wovor hast du Angst?“ um die Ohren gehauen, ein lärmendes Stück zwischen Pop- und Postpunk. Seitdem hat er sich im Kreis von befreundeten Musikern wie Borninmay oder Kynda Gray weiter ausprobiert und mit „Augenblick“, „Herbst“ und „Heile Welt“ zuletzt vor allem ruhigere, Gitarren-lastige Stücke veröffentlicht. Nun wird mit „Kleinstadt“ der Verstärker wieder aufgedreht: Der Song klingt wieder nach dreckigem Punk-Rock, über den sich Toms helle, prägnante Stimme klar abhebt. Und die singt über die weniger schönen Seiten der bayrischen Provinz, über Entfremdung und Vertrauensverlust, das Gefühl ein Misfit inmitten toter Seelen zu sein – und trotz allem zu dieser „Kleinstadt“ zu stehen.
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