Empfehlung des Tages: toobrokeforfiji – Kein Raster
Man kann sich der Musik auf vielen Wegen als Künstler:in nähern, einige wählen den rationalen Weg der Blaupause und versuchen erfolgreiche Songstrukturen zu kopieren, andere wiederum folgen der Intuition des Herzens. „Hör mir zu, ich hinterlass‘ was / Nein, wir passen in kein Raster / Und das hab’n wir auch nicht vor“ mit Zeilen wie diesen ist damit auch klar, für welche Route sich toobrokeforfiji entschieden hat.
Der neue Song „Kein Raster“ macht das einmal mehr deutlich. Musikalisch haben sich prodbypengg, bibiza und toobrokeforfiji selbst dabei für simple Gitarrenakkorde entschieden, die den Song in seiner ganzen Melancholie tragen und im Wesentlichen nur durch gezielt gesetzten, spitzen Hi-Hats und den dumpfen 808 Tönen speziell im Refrain verstärkt werden.
Das Boloboys-Mitglied wählt dabei die Reduktion im Sound für seinen verletzlichen Song. Das in toobrokeforfiji wohl auch ein Casper-Fan schlummert, zeigen seine Lyrics, denn im dritten Part gibt er die Zeilen „Und das, was uns angeht / Gab es nie die Nacht, nur die Sonne vorm Untergeh’n“ aus „Kontrolle/Schlaf“ wieder.
So betrachtet ergeben sich auch Parallelen zwischen den Songs, denn die Worte befanden sich erstmalig auf dem Casper-Album „XOXO“ aus dem Jahr 2011. Verfasst vor den großen Erfolgen zwischen den ganz großen Träumen und Ambitionen und dem täglichen Sorgen sowie dem Hustle am Existenzminimum. Ob ohne festen Gehalt und zu broke für Fiji oder mit Daunenjacke in der eigenen Wohnung. Es sind die dunklen Gedanken, welche die Hoffnung in beiden Songs überschatten, aber der Sieg liegt noch immer definitiv nicht darin, einfach aufzugeben!
Das neue DIFFUS Print-Magazin
Titelstory: Ikkimel
Auch im Heft: Noah Kahan, Baran Kok, Josi, Robyn, Philine Sonny und Apsilon.
Dazu große Reportagen über die Vaporwave-Szene in Deutschland, die extreme Metal-Szene in Subsahara-Afrika oder das Rap-Projekt „HaftBars“ in einer Berliner Jugendstrafanstalt.