Empfehlung des Tages: TROVA – „zeit vergeht, so it goes“
Trova macht Indie-Folk für Tage, an denen selbst vorsichtiger Optimismus nach zu viel verlangt ist. Der Musiker aus Bonn schreibt über Themen wie Depressionen und antikapitalistische Endzeitstimmung. Statt großer Gesten setzt er auf reduzierte Arrangements, subtile Beobachtungen und Texte, die gerade durch ihre trockene Ehrlichkeit funktionieren.
„Zeit vergeht, so it goes“ verbindet die Angst, das eigene Leben vergeudet zu haben, mit einer Zukunft, die längst von anderen festgelegt scheint. Während die Erde wärmer wird, bekannte TV-Gesichter ihre Reichweite verkaufen, Algorithmen Beziehungen monetarisieren und Milliardäre immer reicher werden, läuft die Zeit unbeeindruckt weiter.
Trova formuliert daraus keine laute Protesthymne, sondern ein stilles Gefühl der Ausweglosigkeit: Man möchte fliehen und verändern, fürchtet aber gleichzeitig, dass es dafür längst zu spät ist. Der zweite Teil des Songtitels, „so it goes“, könnte eine Anspielung an den gleichnamigen Song von Mac Miller sein. Trova hatte Mac Miller bereits in im Text des Songs „Kennst du mich“ erwähnt: „Ich dreh‘ mich weiter im Kreis / Ähnlich, wie’s in dem Mac Miller Song heißt.“
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