Empfehlung des Tages: Zoe Graham – Evilin
Bei Zoe Graham ging es in den letzten paar Jahren ziemlich ruhig zu. Nachdem sie erste kleine Erfolge mit ihren Indie- und Folk-Songs feiern konnte, macht sie 2022 eine Pause. Sie arbeitet in dieser Zeit an neuer Musik, ihren musikalischen Fähigkeiten und unterrichtet an einem Collage in Glasgow. „Evilin“ ist die erste Single der Schottin seit 2021 und zeigt, dass sich die kreative Auszeit gelohnt hat.
Zoe kombiniert auf „Evilin“ ein nostalgisches Feeling mit einem zeitgenössichen Pop-Sound. Synths, E-Gitarre und überraschende, aber passende Bläser wirken zusammen zu einem einzigartigen Groove, der den Song nach vorne treibt. Dabei geht es um die titelgebende Evilin. Eine Frau, die fasziniert und einschüchtert und die man auf ein Podest stellt, auf das sie eigentlich gar nicht gehört. Oder in Zoes Worten: „Sie ist nicht gut für dich, aber sie hat etwas an sich, von dem du dir wünschst, du hättest es selbst: eine entschlossene Unabhängigkeit, Unerbittlichkeit, aber ein Mangel an Empathie“. Sich steigernde Schreie leiten den Refrain ein, der dann im Kontrast eher fröhlich klingt.
Im Musikvideo wird Evelin von Zoes Mutter gespielt. Sie posiert als Moderatorin einer Kochshow im 70er-Jahre Stil mit den Ergebnissen der gekochten Rezepte. Im Laufe des Songs zuckt ihr Gesicht immer wieder, bis sie schlussendlich durchdreht und die Gerichte mit Nudelholz und Kochlöffel zerstört. Die Entscheidung, Evilin von ihrer Mutter spielen zu lassen, scheint sich gelohnt zu haben: „Zu sehen, wie die eigene Mutter Torten und Gelee zu meinem neuen Song zertrümmert, war absolut verrückt“.
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