„FREE GAME“: JACE verteilt gratis Lehrstunden
Letztes Jahr zur Adventszeit fing Jace an, jeden Sonntag einen Freestyle auf Instagram hochzuladen und seinen Follower:innen so gratis „Game“ mit auf den Weg zu geben. Quasi ein verfrühtes Weihnachtsgeschenk. Was als Schreibübung anfing wurde zur Tradition und ging trotz der deutschen Lines, schnell in den USA viral. So ist Jace neben Boondawg oder Zackavellli einer der wenigen deutschen Artists geworden, die in letzter Zeit einen Freestyle bei On The Radar Radio in New York aufnehmen durften. Bekanntheit erlangte das Format unter anderem durch Auftritte internationaler Größen wie Drake und PinkPantheress.
In seinem OTR-Freestyle hat er sich, wie auf den restlichen „FREE GAME“ Tracks auch, dem Michigan-Rap verschrieben. Altbewährter Trap, trifft auf schnelle, gehetzte Beats und wird schließlich durch einen offbeat-Flow und ordentlich Shittalking vervollständigt. Jace wirkt wie gemacht für dieses Genre. Während sein im letzten Jahr in Zusammenarbeit mit Dexter erschienenes Album „9 Leben“ noch von Ernsthaftigkeit geprägt war, hat diese auf „FREE GAME“ nichts mehr verloren.
Was verbindet Rick Rubin, Lateinunterricht und Familie Ritter?
Auf seinen „100.000 Bars“ nimmt der Hamburger kein Blatt vor den Mund und macht nicht einmal vor sich selbst Halt. Rick Rubin, zahllose A&Rs, sein Dealer, Crypto Bros und quasi alle anderen werden Opfer seiner schonungslosen ironischen Punchlines. Darüber hinaus erzählt er zwanglos aus seinem Leben, wie z.B. dass er früher mal bei Kaufland und McDonalds gearbeitet, im selben Bett wie Souly und Fatoni geschlafen und nach dem Lateinunterricht damals Fernsehen geschaut hat. Auf ausgeklügelte Disses folgt plumper Nonsens und genau das macht Jace aktuell so spannend. Alle Meme-Liebhaber:innen sollten ihm ebenfalls ein Ohr schenken. Von der Mutter von Sandro bis zu Familie Ritter hat er unzählige Referenzen aus der deutschen Meme-Historie eingebaut.
Das neue DIFFUS Print-Magazin
Titelstory: Ikkimel
Auch im Heft: Noah Kahan, Baran Kok, Josi, Robyn, Philine Sonny und Apsilon.
Dazu große Reportagen über die Vaporwave-Szene in Deutschland, die extreme Metal-Szene in Subsahara-Afrika oder das Rap-Projekt „HaftBars“ in einer Berliner Jugendstrafanstalt.