Freude besingt die Abgründe im Feel-Good-Pop Gewand
Für Freude war das letzte Jahr, als außenstehende Person betrachtet, ein überaus erfolgreiches, denn es erschien sein musikalisches Debüt und er konnte sein Hobby einen Schritt weiter zur Karriere ausbauen. Aber alles der Reihe nach, wir stellen euch den Newcomer nun kurz vor:
Ende März 2020, als die ersten europäischen Nationen schon in den Lockdown Nummer eins geschickt wurden releast Freude seine Debütsingle „Sabine“ und landet damit wie aus dem Nichts bei einigen österreichischen Radiosendern. Der motivierende Popsong kommt an und verhalf dem jungen Künstler aus Wien zu einem märchenhaften Start in der Branche, wie ihn sich viele wünschen. Doch hinter den fröhlichen Gitarrenakkorden versteckt sich eine bittere Geschichte, denn der Song „Sabine“ basiert auf einer Erfahrung mit dem Tod als Zivildienstleistender.
Freude – Sabine
Er bezeichnet sich selbst als Liedermacher, also die deutsche Variante des vielfach verwendeten Singer-Songwriters, denn seine Songs schreibt er eben hauptsächlich selbst. Dabei behandelt er entweder vergangenen Ereignisse, die er zu Geschichten seiner erfundenen Personen spinnt oder auch mal seine derzeitige Gefühlslage zu aktuellen Themen, wie etwa in der neuesten Single „Europa“.
„Ich liebe dich Europa, du bist der Ort des Friedens. Ich hasse dich Europa, du bist der Grund für Leid.“, heißt es dazu von Freude über seinen Song. Er spiegelt damit die innere Zerrissenheit wider, die er gegenüber den Länderverbund hat, denn obwohl die Europäische Union in der Geschichte für eine noch nie zuvor dagewesenen Friedensperiode steht, sucht man nach helfenden Händen und Menschlichkeit an den Außengrenzen seitens der EU vergebens.
Freude – Europa
Für Freude waren es schon immer die Abgründe, die ihn mehr faszinierten. Umso spannender ist jedoch, dass er seine kritischen Texte und Tragödien in einem Feel-Good-Pop-Gewand versteckt. Hinzu kommt noch sein charakteristisches dunkles Timbre in der Stimme, dass wirkliches Zuhören auf den Text verlangt, um auch die abgründige Ebene seiner Musik greifen zu können.
Aber auch abseits der Musik gibt es für Freude Erfolge im letzten Jahr zu verbuchen. So wurde er zum Mitgründer, Autor und Moderator für das neue Achterbahnmagazin und startete erfolgreich seinen Podcast „Ein Leben redet mit c. Freude“. Die persönlichen Sterne scheinen also sehr gut zu stehen für den Wiener Liedermacher und auch musikalisch soll im September eine EP erscheinen. Man kann also gespannt sein wohin der Weg von Freude noch führen wird und auch welche musikalischen Freudensprünge uns hier noch erwarten.
Freude – Bratislava
Das neue DIFFUS Print-Magazin
Titelstory: Ikkimel
Auch im Heft: Noah Kahan, Baran Kok, Josi, Robyn, Philine Sonny und Apsilon.
Dazu große Reportagen über die Vaporwave-Szene in Deutschland, die extreme Metal-Szene in Subsahara-Afrika oder das Rap-Projekt „HaftBars“ in einer Berliner Jugendstrafanstalt.