Frisch verliebt in dieses Konzert- und Musikding <3
Hallo zusammen!
Wir drücken in diesem Newsletter ja manchmal ein wenig die Stimmung. Heute passiert das nicht. Wir hatten nämlich ein verdammt gutes Wochenende und sind wieder frisch verliebt in dieses ganze Ding aus Konzerten, Festivals, schummerigen Clubs, Moshpits, Mitsingen and so on.
In den vergangenen Tagen liefen gleich drei Festivals – das Nürnberg Pop, das KiezKultur in Hannover und das PEOPLE Festival in Berlin – und wer da (wie wir) vor den Bühnen rumsprang, konnte einfach nicht anders, als diese Indie- und Popwelt zu feiern, auch wenn sie gerade von vielen Seiten unter Beschuss steht.
Wer zum Beispiel sah wie in love und textsicher die erste Reihe beim Magda-Gig auf unserer DIFFUS-Stage beim Nürnberg Pop war, merkte sofort: Das wird KI niemals ersetzen können. Deshalb wirken auch all diese slicken Videos von KI-Projekten wie Nimi und Levant so heuchlerisch: Sie zeigen besonders oft generierte Konzertsituationen oder Live-Sessions, die sie nie gespielt haben. Aber egal wie gut die Details dabei auch gemacht sind, diese „Live“-Erlebnisse sind und bleiben im Herzen tot.
Ivo Martin im Interview: „Bei mir ist die Kitschgrenze ein bisschen weiter verschoben
Wie klingt es, wenn man das Erwachsenwerden in Musik übersetzt? Bei Ivo Martin nach deutschsprachigem Indie-Pop mit akustischer Gitarre, großen Gefühlen und ehrlichen Texten – oder „Humble Pop“, wie er selbst seinen Sound nennt. Sein neues Tape „Mittendrin“ erzählt vom Verliebtsein, tiefen Fallen und dem emotionalen Chaos der eigenen Zwanziger. Im Interview erzählt Ivo, warum er nur über Emotionen schreiben kann, die er selbst kennt, was die Reaktion seiner Mutter auf „Mensch im Spiegel“ so besonders gemacht hat und was passiert, wenn ihm auf der Bühne plötzlich der Text fehlt. Außerdem geht es um sein neues Tape, Perfektionismus und die Suche nach Themen, die sich wirklich nach ihm anfühlen.
Unsere Lieblingssongs in dieser Woche
Wer wissen will, was im Westen schiefläuft, kann natürlich erst mal die Sprachassistentin Siri fragen. Get Well Soon macht daraus auf „Siri, What Ruined the West?“ eine atmosphärische Bestandsaufnahme einer Gesellschaft, die alles hat und trotzdem erschöpft ist. Auf „Liebe“ erzählt Rapper Egor gewohnt melancholisch von der Sehnsucht nach Zuneigung und den Ängsten, die ihr im Weg stehen. Auf „New Era“ erzählt Fuffifufzich zwischen Gitarren und Synthesizern von neuer Liebe und alten Unsicherheiten. Sängerin Yenvi macht auf „Knockout“ deutlich, wie zermürbend es sein kann, wenn der Lover immer wieder die gleichen Spielchen spielt. Last but not least: TEER und Mariybu richten sich mit dem aggressiven, wütenden „$NOWFLAK€“ gegen sexualisierte Gewalt im Internet und Täter, die sich selbst als Opfer inszenieren.
Album der Woche: Cameron Winter – Live at Carnegie Hall

Spätestens seit „Getting Killed“ sind Geese, und damit auch deren Frontmann Cameron Winter, vielen ein Begriff. Aber auch dessen Solo-Werke erlangten nach und nach Aufmerksamkeit und sind besonders von Kritiker:innen hochgelobt. Auf „Live at Carnegie Hall“ zeigt Cameron Winter, wie beweglich sein Solo-Material ist: Allein am Flügel sitzend zieht Winter vertraute Stücke auseinander, verschiebt ihre Schwerpunkte und lässt so zusammen mit drei bisher unveröffentlichten Songs ein facettenreiches und einzigartiges Live-Album entstehen.
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