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Gangsterfilm trifft Lovestory trifft Musikvideo in „Beating Hearts“

Posted in: News

Schöne Menschen, große Liebe, wilde Schlägereien, zarte Knutscherei, grelle Farben, Szenen wie aus einem Musikvideo – „Beating Hearts“ fährt in seinen gut drei Stunden Spielzeit so ziemlich alles auf, was das Kino zu bieten hat. Die Frage, ob das alles halbwegs realistisch ist, geht einem dabei recht schnell am Arsch vorbei, wenn man sich erst einmal auf diese wilde Achterbahnfahrt eingelassen hat.

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Zwei Nachwuchsstars zum Verlieben

„Beating Hearts“ von Regisseur Gilles Lellouche startete schon im Herbst in Frankreich und war am Ende des Jahres in den Top 3 der am meisten gesehenen Filme. Kern der Geschichte ist die Liebe zwischen der behütet aufwachsenden Jackie und dem aufmüpfigen Clotaire, der aus einem sogenannten Problemviertel stammt. Der Film folgt weitestgehend dem 1997 veröffentlichten Roman „Jackie Loves Johnser OK?“ vom irischen Autor Neville Thompson. Regisseur Gilles Lellouche verlegte die Handlung in eine nicht näher benannte Küstenstadt im Norden Frankreichs. Der Film zeigt in den ersten 90 Minuten, wie sich Clotaire und Jackie in den später 80ern ineinander verlieben.

Als Zuschauer:in verliebt man sich ebenfalls in die beiden, was vor allem an den Nachwuchsstars Mallory Wanecque (Les Pires) und Malik Frikah (Gangs of Paris) liegt. Clotaire ist eigentlich eine wandelnde Red Flag – pöbelnd, laut, ein grinsender Bully, dem Jackie schlagfertig entgegentritt. Was sie für Clotaire natürlich noch interessanter macht. Wenn die beiden zusammen sind, wird Clotaire dann auch ganz warm und fürsorglich. Gleichzeitig lässt er sich aber in eine Gang hineinziehen und wird von zweifelhaften Vaterfiguren bestärkt, seine Aggressionen in ihren Dienst zu stellen. Die Sache geht natürlich nicht gut aus: Ein Raub misslingt, ein Wärter wird erschossen – und Clotaires vermeintliche Gangfreunde schieben ihm den Mord unter. Er muss für 12 Jahre in den Knast – und Claire geht ihren eigenen Weg.

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Eine ultrabrutale Musical-Rom-Com?

Jahre später treffen die beiden wieder aufeinander: Hier übernehmen Adèle Exarchopoulos, die man aus „Blau ist eine warme Farbe“ kennt und der kantige Posterboy François Civil. Jackie ist inzwischen verheiratet und weiß nicht, ob sie diesen Mann wieder in ihr Leben lassen will. Auch Clotaire ist emotional unbeholfen – zwischen all der Coolness und dem inneren Struggle, ob er einen ehrenwerten Job machen soll, oder wieder zum Gangster wird. Die ersten Sekunden des Films deuten schon an, wie die Sache ausgehen könnte – oder wird hier eine Finte gelegt?

Diese Liebesgeschichte erinnerte mich an Zeiten in meiner Jugend“, erklärte Gilles Lellouche in einem Interview zum Kinostart. „Ich fühlte mich schon immer zu gescheiterten Romanzen hingezogen – zu dem Klassenkampfaspekt, der aus der Liebe entsteht, die man für jemanden empfindet, der oberflächlich betrachtet nicht für einen bestimmt ist.“

Ein erster Teaser kündigte „Beating Hearts“ vor einigen Jahren als „an ultra-violent musical and romantic comedy“ an – aber das trifft die Sache irgendwie nur so halb. Auch Gilles Lellouche würde das heute nicht mehr ganz so stehen lassen, sagt aber: „Ich wollte einen Ausgleich zu den Gangsterfilmen schaffen, die diese Nuancen einer Lovestory oft ausklammern. Ein Gangsterfilm bleibt ein Gangsterfilm – und eine romantische Komödie bleibt eine romantische Komödie. Die Verschmelzung dieser beiden Genres ist ziemlich unwahrscheinlich, aber Genre-Mischungen haben mich schon immer angezogen, und das fand ich bei diesem Projekt sehr aufregend.“ Wir auch.

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