Gefühlvoll mit Patrick Watson und „Better in the Shade“
Die Stimme des kanadischen Künstlers sticht heraus und führt auf weiche, sanfte Pfade oder schlägt einen tiefen, kratzigen Weg ein. Mit seinem neuen Album „Better in the Shade“ zeigt uns Patrick Watson all seine stimmlichen Facetten und führt uns außerdem auf geheimnisvolle Synthie-Schleichwege.
Es ist das erste nach vielen Alben, auf dem elektronische Klänge verstärkt ihren Weg in Patricks Musik gefunden haben. Da ihm, einem klassisch gelehrten Pianisten, eine gewisse Akustik-Klanglandschaft dennoch sehr wichtig ist, ergibt sich ein organischer Sound zwischen Synthies und Instrumenten, den man nur schwer einem Genre zuordnen kann.
Es ist okay, nicht okay zu sein
Nach seinem letzten Album „Wave“, das aus einer schweren persönlichen Phase hervorging, erschien nun drei Jahre später „Better in the Shade“, das wie „Wave“ Hoffnung ausstrahlt, aber auch die Aussage: Es ist okay, nicht okay zu sein.
Zum Titeltrack veröffentlicht der Künstler ein mit viel Liebe gestaltetes Stop-Motion Video. Da bewegt sich die gerade erst aufgegangene Blüte mit dem Wind und der Schmetterling schlüpft aus seinem Kokon, während die Kamera durch die verschiedenen Stockwerke streift. Es sind besonders die kleinen Metaphern, die einen bei Patrick visuell sowie auch lyrisch sofort berühren.
„Better in the Shade“ ist der erste Song der Platte, der das darauffolgende „Height of the Feeling“ gefühlvoll einleitet. Durch knisternde futuristische Sounds offenbart dieser, wie Synthies und Instrumente fließend zusammenkommen können.
Der nächste Song „Ode to Vivian“ wiederum ist bestimmt durch eine Klaviermelodie und kommt ohne Gesang aus. Später erweitert er das Synthie-Spektrum dann noch in „Little Moments“ oder dem Abschlusstrack „Stay“.
Viral auf TikTok
Interessant ist auch, dass Patricks Musik lange eher unter dem Radar lief und letztes Jahr durch TikTok und seinem 2010 veröffentlichten Song „Je te laisserai des mots“ viral ging. Zu diesem poetischen, Klavierstück zeigten Nutzer:innen sich gefühlvoll und ehrlich, sodass auch die ein oder andere Träne floss. Somit wurde „Je te laisserai des mots“ mit 240 Millionen Streams der mit Abstand meistgehörte Song von Patrick Watson.
Zurück zur aktuellen Musik: Auch wenn das neue Album nur sechs Songs umfasst, wird deutlich, dass sich Patrick viel mit der Komposition der Platte auseinandergesetzt hat. Verspielt baut er eine verträumte Klanglandschaft auf, die zum einen eine melancholische Seite an sich hat, zum anderen aber auch eine Aufbruchsstimmung verbreitet. Wer das ganze live erleben möchte, kann sich für den 19. Mai im Zenner Berlin hier Tickets buchen.
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