Geschichtsunterricht mit The Last Dinner Party: „Caesar on a TV Screen”
Sie ziehren das Cover der am meisten erwarteten Releases des NME für dieses Jahr, sind in den Jahresbestenlisten aller großen Musikmedien vertreten und zählen zu Vevos Artist To Watch 2024 – kaum zu glauben, dass The Last Dinner Party vor einem Jahr noch nicht einmal eine Single veröffentlicht hatten.
Das Quintett aus Großbritannien legt im April vergangenen Jahres mit seiner Debüt-Single „Nothing Matters“ einen märchenhaften Start in die Musikwelt hin. Mit einem Konzept, von dem wir offensichtlich alle nicht wussten, wie sehr wir es gebraucht haben: Energiegeladener Indie-Pop mit grotesken Elementen und begleitet von einer starken visuellen Ästhetik, mit der die Gruppe geradezu aus längst vergangenen Epochen entsprungen scheint.
Von der eigenen Website, über ihren Social-Media-Auftritt, bis hin zu Single-Covern und Live-Auftritten ranken sich Marie-Antoinette-Look und eine gute Portion Theatralik als ein schlüssiges Konzept um sämtlichen Output der Indie-Band – und das Video zur neuen Single „Caesar on a TV Screen“ bildet da keine Ausnahme.
Willkommen im Römischen Reich
Inspiriert von Shakespeares Drama „Julius Caesar” manifestieren die Fünf in dem Clip ihre inneren Römerinnen und präsentieren die Geschichte rund um den tragischen Tod des Kaisers. Der Song lebt von dem Wechsel zwischen ruhigen, dramatischen Passagen und schnellen, losgelösten Parts. Emotionale, verunsicherte Tiefen folgen auf machtgierige Höhenflüge und spiegeln so auf musikalischer Ebene die in den Lyrics erzählte Gefühlsachterbahn vom verzweifelten Versuch wider, sich Hals über Kopf zu verlieben und dabei dennoch nicht selbst zu verlieren.
Will man Kategorien für den Sound der Britinnen finden, erinnern sie am ehesten an die kraftvolle Stimme von Florence + The Machine oder eine modernere Version von ABBA, wenn die vier Schwed:innen sich als Teil der Gen Z gerade in unserer Welt zurechtfinden müssten.
Die Collage aus all dem klingt irgendwie trotzdem neuartig und das macht den Sound von The Last Dinner Party gerade so relevant. Mehr als gespannt kann man daher auf den 02. Februar blicken: Da steht die Veröffentlichung des Debütalbums „Prelude To Ecstasy“ an – ein Album, das bereits jetzt ein Anwärter auf die Liste der wichtigsten Platten des Jahres sein dürfte.
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