GHOSTWOMAN mit „that Jesus“: Ein Soundtrack für das Ende der Welt
Einer berühmten Legende zufolge soll die Band auf der Titanic auch noch bis zum Untergang des Schiffes weitergespielt haben, um die Passagiere zu beruhigen. Mit ihrem kommenden vierten Album „Welcome to the Civilized World“ scheinen Ghostwoman einen ähnlichen Ansatz verfolgt zu haben. Die Band schreibt Musik für das Ende, denn während die Welt von Zerstörung und Absurditäten durchsetzt ist, werden Ghostwoman nicht leise bleiben.
Ghostwoman: Psychedelic Rock trotzt der zerfallenden Welt
Das belgisch-kanadische Duo Ghostwoman besteht aus Sänger und Multiinstrumentalist Evan Uschenko und Schlagzeugerin Ille van Dessel. Gemeinsam haben sie einen Sound gefunden, der den Garage Rock der 60er und die Psychedelic Rock Renaissance der 90er und 2000er aufgreift. So auch in ihrer neusten Single „that Jesus“. Der Track könnte sich gut platzieren neben etwa „All Day and All of the Night“ von The Kinks, hat aber sein eigenes, langsameres Tempo; seinen eigenen gespenstischen Ausdruck. Hier schrammt die E-Gitarre über den hypnotisierenden Gesang Uschenkos, begleitet von rohen Drums, die den Takt angeben. Ein melodisches Gitarrenriff am Ende des Songs bildet das dystopische Grand Finale.
Der Titel des Songs scheint ganz im bedeutungslosen Modus des Albums, keine große Rolle zu spielen. Van Dessel habe einfach zu wörtlich vom Niederländischen ins Englische übersetzt und Uschenko war begeistert. Auch der Rest des Texts ist von dieser Willkürlichkeit geprägt. Die abstrakte Aufeinanderfolge von Worten betont: Hier geht es darum, sich ganz von der Musik einnehmen und führen zu lassen. Mit ihrer intuitiven Art, Musik zu machen und dem Ergebnis, dass das Album so nicht ein zweites Mal produziert werden könnte, ist die Botschaft von Ghostwoman wie die des Titanic-Orchesters: Egal wie es um die Welt steht, der einzige Sinn besteht darin, nicht aufzugeben. „Welcome to the Civilized World“ erscheint am 05. September 2025.
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