grim104 spielt „Das Versprechen“ in unserer Live-Session
Noch vor knapp zwei Jahren hat uns Grim104 als Graf Grim auf seinem ersten Soloalbum „Das Grauen, das Grauen“ heimgesucht. Seitdem war es eher still in der Diskographie des Rappers, aber Grim war keineswegs untätig. Zusammen mit Testo hat er im Rahmen seiner Band Zugezogen Maskulin das Brandenburger Tor zum Anlass des Mauerfall-Jubiläums mit „Endlich wieder Krieg“ beschallt und ein schockiertes Publikum zurückgelassen. Außerdem haben Zugezogen Maskulin 2020 ihr Album „10 Jahre Abfuck“ veröffentlicht und sind mit „Zum Dorfkrug“ in die Podcast-Welt eingetaucht: über zwei Staffeln hinweg haben sie mit verschiedensten Gästen über das Aufwachsen und Leben in Provinz und Kleinstadt gesprochen.
Jedes Imperium muss vergehen
Nun kehrt Grim104 auf die musikalische Bildfläche zurück, den Dracula-Umhang hat er aber längst abgestreift. Stattdessen begibt sich der Wahlberliner in die schummrigen Gänge einer alten Videothek, die das Cover seines kommenden, zweiten Albums „Imperium“ ziert.
Es ist vielleicht nicht die selbe, aber eine ganz ähnliche Videothek, vor der nun auch wir grim104 treffen. Kurz vor der Veröffentlichung seines neuen Albums haben wir mit dem Rapper Sessions zu zwei Songs gedreht – nachdem wir vor einigen Tagen mit „Bam Margera“ die erste veröffentlicht haben, folgt heute mit „Das Versprechen“ die zweite.
grim104 hält seine Versprechen
„Bam Margera“ war vielleicht sowas wie eine Bestandsaufnahme des erwachsenen grim104, ein Blickduell mit einem vom Leben gezeichneten Kindheitshelden, der dem eigenen Selbst gar nicht so unähnlich sieht. „Das Versprechen“ dagegen erzählt eine Geschichte, an der Grim nur einen geringen Anteil hat.
Stattdessen wird er Zeuge von seltsamen Geschehnissen in seinem Haus, in dem auch ein Päärchen lebt. Mit gewählten Worten berichtet der Rapper von Geräuschen, die man irgendwann nicht mehr auf den Halbschlaf schieben kann und verängstigten Blicken im Treppenhaus. Dieses Szenario von häuslicher Gewalt und Missbrauch spitzt sich immer extremer zu – und endet mit einem drastischen Versprechen von grim104.
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