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Großstadt-Folk mit Morea und „The City“

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Akustische Folk-Klänge assoziieren wir oft mit Naturverbundenheit, mit abgeschiedenen Hütten im tiefsten Wald oder Lagerfeuer-Romantik. Bei Morea ist das anders. Ihre minimalistisch-intime Musik ist im urbanen Dickicht von Berlin verortet – mehr denn je mit ihrer neuen Single „The City“.

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Das neue Musikvideo von Morea startet wie ein alter VHS-Film, der beim Familienabend heraus gekramt wird: Ein wackeliger Zoom, verschwommene Lichter, Rauschen, Vogelgezwitscher. Wir sind als Zuschauer:innen live dabei, wie die Person an der Kamera die richtigen Bilder sucht. Das wirkt intim und authentisch – genau so wie Moreas Musik. 

Die junge Sängerin ist in Berlin-Kreuzberg als Tochter eines Musikers und einer Künstlerin aufgewachsen und hat mit „The City“ kürzlich ihren dritten Song veröffentlicht. Das mag vielleicht nach einer unerfahrenen Newcomerin klingen, aber Morea spielt schon seit ihrer Kindheit diverse Instrumente und gibt auf den Straßen ihres Heimatkiez’ immer wieder Einblicke in ihr Gesangstalent. Aus genau diesen Live-Momenten scheint auch die Musik gespeist zu sein, die Morea nun seit dem vergangenen Jahr auch endlich veröffentlicht. 

Harmonie und Wehmut

„The City“ braucht nur reduzierte Akustik-Gitarren und Moreas klare Stimme, die ganz nah an uns heranrückt, während in der Ferne Kräne und Wolkenkratzer aufragen, leblose, unnahbare Objekte. „I’m drowning in the city / and oh, what a pity“, singt Morea wehmütig und trotzdem strahlt der Song eine Form von Seeligkeit und Harmonie aus, die ansteckt. Die Sängerin spaziert zwischen Blaulicht und Spätis durch Berlin und sinniert vor sich hin: „Sturdy clothes and broken faces / Where’s the finish line for all these races?“.

Das Ende des Songs bildet dann auch das Ende des Tages, den Morea im Musikvideo zu „The City“ festhält. Über eine Dachluke klettert sie auf ein Hausdach. Hier scheint die Stadt fern zu sein, löst sich in schwarze Silhouetten vor einem flammenden Sonnenuntergang auf. Vielleicht gehört Moreas Folk also doch nicht hierhin, in diese Straßenschluchten voll gebrochener Menschen – eine gute Muse sind sie aber allemal.

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