Haftbefehl wäscht sich die Schmauchspuren aus der Seele
Die Promophase für „Das Schwarze Album“ von Haftbefehl ist mittlerweile in vollem Gange. Nachdem der Offenbacher zuletzt mit „Lebe Leben“ gezeigt hat, dass einzigartig ignorante Banger niemandem so leicht von der Schreibhand gehen wie ihm, wechselt er in „Offen / Geschlossen“ den Modus und wird ruhiger.
Auf einem melancholischen und doch treibenden Beat von Bazzazian lässt Haftbefehl seine Stimme zur Abwechslung mit weniger Druck durch die Takte gleiten und gibt sich reflektierend über das Hundeleben auf der Straße. Seine Sprache bleibt dabei allerdings so hart und ungeschönt wie man es von ihm gewohnt ist, was diesmal aber im Kontrast zu der (fast schon traurigen) Energie steht, mit der Haftbefehl seine Parts rappt. *„Nachdem ich meine Babys schlafen lege /Jag’ ich weiter draußen Knete / all-in, als hätt ich tausend Leben / Offenbacher Chabo, ja, ich bin John Wayne / Drauf seitdem ich dreizehn bin, ich hab‘ es mir nicht ausgеwählt / Ich hab‘ das Taş, das Staub, das Schnee / Und wasch‘ mir die Schmauchspur’n aus der Seelе“*
„Offen / Geschlossen“ ist ein Song, der den allgegenwärtigen Frust/Verzweiflung im Viertel und was ebendiese/r mit der eigenen Mentalität anstellen kann, mehr als treffend vermittelt. Und genau darin liegt die große Kunst von Haftbefehl: Er macht völlig fremde Realitäten durch seine Art zu Texten für den/die Otto-Normalhörer:in greifbar und fühlbar. „Das Schwarze Album“ kann kommen!
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