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Hanumankind: Wieso gerade die ganze Welt über diesen indischen Rapper spricht

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Seit der indische Rapper Hanumankind vor knapp einem Monat seinen Song „Big Dawgs“ veröffentlicht hat, hat sich seine Welt auf den Kopf gestellt. Quasi über Nacht sammeln der Song und sein Musikvideo Millionen Streams, TikTok ist voll damit und Hanumankind hat auf einmal den größten Label-Deal seiner Karriere in der Tasche. Aber warum eigentlich der Hype um „Big Dawgs“?

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Zwischen Texas und Kerala

Hanumankind heißt eigentlich Sooraj Cherukat und stammt aus der indischen Region Kerala. Seine Kindheit und Jugend verbringt er allerdings zu großen Teilen in den USA, da sein Vater in Texas bei einer Ölfirma arbeitet. Hier entdeckt der Teenager den Südstaaten-Rap von Three Six Mafia und DJ Screw, die neben Kendrick Lamar und J. Cole wesentliche Einflüsse für seinen  späteren Stil werden. 2012 kehrt er nach Indien zurück und beginnt einige Jahre später, Rap-Musik zu machen. Sein Name Hanumankind, manchmal auch abgekürzt als HMK, setzt sich aus dem englischen Wort für Menscheit („humankind“) und der Hindu-Gottheit Hanuman zusammen. 

Nichts für schwache Nerven

In den letzten Jahren konnte Hanumankind immer wieder erfolgreiche Singles verbuchen, aber erst seine neue Veröffentlichung „Big Dawgs“ katapultierte den Rapper ins internationale Spotlight. Aber was steckt hinter dem plötzlichen, immensen Erfolg des Songs? Viel davon lässt sich wahrscheinlich auf das Musikvideo zurückführen, das inzwischen bei schlappen 46 Millionen Aufrufen steht. Hier performt Hanumankind seinen Song nämlich in einem „Well of death“ – einer zylinder-förmigen Holz-Konstruktion mit beinahe senkrechten Wänden, auf denen Athleten mit Motorrädern oder sogar Autos fahren. Ursprünglich kommt die Jahrmarkts-Attraktion aus den USA. In Hanumankinds Heimat Kerala heißt sie „Marana Kinar“ und erfreut sich trotz der damit verbundenen Gefahren großer Beliebtheit. 

Im Video sitzt der Rapper sogar mit den Stunt-Fahrer:innen im Auto und rappt aus dem Fenster. Dazu schreibt er in den Kommentaren: „Mit Sicherheit eine der schwersten Dinge, die ich je gemacht habe. Die Performer, die das jeden Tag machen, sind aber die eigentlichen Risikoträger. Was für unglaubliche Menschen, ich bin zutiefst inspiriert.“

Warum „Big Dawgs“ gerade überall viral geht

Darum herum findet man in der Kommentar-Spalte begeisterten Zuspruch aus Ägypten, UK, Kroatien und der Mongolei. Ein User schreibt sogar: „Ich bin vom Jupiter. Er versammelt einfach das gesamte Universum hier“. Kein Wunder: Das halsbrecherische Musikvideo bietet einen kleinen Einblick in die indische Kultur und Tradition, den viele von Hanumankinds neuen Fans zuvor so wohl nicht hatten. Trotzdem hat „Big Dawgs“ genügend bekannte Elemente, um angenehm vertraut zu wirken. Der energetische Flow von Hanumankind erinnert an J.I.D, Denzel Curry und vor allem die Memphis-Legende Project Pat, die sogar ein Shoutout abbekommt: „Swerving through the city while I’m bumping Project Pat!“.

Vielleicht ist es also genau diese Mischung aus bekannten Stilmitteln aus dem US-Rap und der Faszination für eine fremde Kultur, die „Big Dawgs“ für viele Rap-Fans auf dem ganzen Globus gerade so spannend macht. Hanumankinds Ritt durch den „Well of Death“ war mit Sicherheit eine gewagte Idee – spätestens jetzt sollte sich das Risiko aber gelohnt haben.

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