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Hard In Here – Die besten Metal-Alben im April 2024

Posted in: Hard in Here

Harvestman – Triptych: Part One

Steve Von Till (Neurosis) war musikalisch schon immer hingezogen zum Transzendentalen, zum Widerhall des Mystischen und Spirituellen lang vergangener Tage. In seiner neuen Albumserie „Triptych“, die an drei Vollmonden dieses Jahres veröffentlicht wird, ehrt er die Suche nach und den Austausch mit dem Ursprünglichen mit einer psychedelischen Ambient-Meditation, gehüllt in Analog-Synth- und verfremdete Gitarrensounds.

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BIG | BRAVE – A Chaos Of Flowers

Gerade einmal ein Jahr haben sich BIG | BRAVE nach ihrem hervorragenden Album „nature morte“ für seinen Nachfolger Zeit gelassen. Doch manche Alben haben eben eine solche Dringlichkeit, dass sie einfach schnellstmöglich raus müssen. „A Chaos Of Flowers“ ist gezeichnet von Themen wie Marginalisierung, Entfremdung und Othering, verpackt in den für die Band typischen minimalistischen, punktgenauen Einsatz von Distortion und Feedback. Und doch wirkt das Album gezügelter und ruhiger als etwa sein Vorgänger, denn im Vordergrund stehen Sängerin und Bassistin Robin Watties folkloristisch und poetisch angehauchte Vocals und Texte.

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DOOL – The Shape Of Fluidity

Mit „The Shape Of Fluidity“ zementieren DOOL ihren Ruf als eine der spannendsten europäischen Rockbands der vergangenen Dekade. Das große Überthema der Fluidität fließt in vielen verschiedenen Strömen durch ihr drittes Album: Es geht da unter anderem um die Suche nach Identität in einer sich rasant wandelnden Welt; es geht für Sängerin und Gitarristin Raven van Dorst ganz persönlich jedoch auch um Selbstfindung unter dem Gesichtspunkt ihrer Intersexualität. Die Niederländer:innen hüllen das alles in einen vielseitigen, düster glimmenden Sound zwischen Dark, Doom und Post-Rock.

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Darkthrone – It Beckons Us All

Darkthrone denken gar nicht daran, sich fast 40 Jahre nach ihrer Gründung rar zu machen. Ob die Welt ihren 80’s-Worship wirklich noch braucht, lässt sich diskutieren, aber Spaß macht es doch irgendwie – und übelnehmen kann man Fenriz und Nocturno Culto ja eh nichts. „It Beckons Us All“ ist ein wunderbarer Midtempo-Riffer, der nicht nur ordentlich Hellhammer/Celtic Frost, sondern auch das eigene Frühwerk referenziert.

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Couch Slut – You Could Do It Tonight

Ähm, warum hat es fast zehn Jahre gedauert, bis ich Couch Slut für mich entdeckt habe? Das vierte Album der New Yorker Band ist ein albtraumhafter Trip durch noisy Sludge mit biographischen Lyrics über Storys, die man sonst nur in „Soft White Underbelly“ hört. „You Could Do It Tonight“ mit seinem heavy Groove ist ein hässliches, gewaltsames Album mit einer Art trockenem Humor, der dem reinen Wahnwitz dieser ganzen Angelegenheit entspringt. Eines der Highlights des bisherigen Jahres.

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Selbst – Despondency Chord Progressions

Das chilenische Ein-Mann-Projekt Selbst gehört zu den eher weniger bekannten Bands der internationalen Black-Metal-Szene, und spätestens bei Album Nummer drei fragt man sich, woran das eigentlich liegt. „Despondency Chord Progressions“ ist ein dichtes, komplex komponiertes Album, das zwischen chaotischer Dissonanz und melodischer Schwermütigkeit balanciert. Manchmal grenzt das – besonders durch die neu eingeführten Clean Vocals – vielleicht an Kitsch, erhebt sich in Sachen Songwriting aber dennoch klar über das Mittelmaß.

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Nimbifer – Der böse Geist

Hannover Rock City! Nach mehrjähriger Wartezeit hat das Duo Nimbifer endlich sein Debütalbum veröffentlicht. Die beiden Musiker Windkelch und Sturmfriedt (lieben wir) haben hier die perfekte Balance aus roher (und doch irgendwie klarer?) Produktion und majestätischen Riffs gefunden. „Der böse Geist“ stürmt aus den Boxen und reißt alles mit sich mit – besser wird deutscher Black Metal dieses Jahr wohl nur noch selten.

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Der böse Geist by NIMBIFER

Lust Hag – Lust Hag

Sie heißt Lust Hag und macht „One-Woman Feral Metal“ – mehr brauche ich nicht, um zu wissen, dass ich dieses Projekt lieben werde. Jokes aside, ist das Soloprojekt der US-Amerikanerin Eleanor Harper mit seinem Debütalbum eine meiner Neuentdeckungen des Jahres. „Lust Hag“ verschmilzt Black-Metal-Rawness mit groovigen Death-Metal-Riffs und Synth-Akzenten zu einem furiosen Ausbruch. Dass die Musikerin dabei noch weiblich gelesene und trans Personen in der Szene repräsentiert, ist nur noch das Sahnehäubchen auf dem Hexenkessel.

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Full Of Hell – Coagulated Bliss

Sind wir an dieser Stelle überhaupt noch überrascht, dass Full Of Hell schon wieder ein neues Album veröffentlichen? Nö. Überraschend ist nur noch, was dabei rauskommt. „Coagulated Bliss“ ist nämlich das wohl Geradlinigste – ich möchte fast sagen: Zugänglichste –, was die Band je veröffentlicht hat. Und gerade seine ungewöhnlich traditionelle Struktur und oftmals simple Heaviness machen das Album nach den ausufernden Experimenten der Vergangenheit so verrückt. Zwischen Grindcore, Sludge und Noise Rock finden Full Of Hell hier sowas wie Catchiness und eine neue Facette in ihrem Sound, die sie auch nach 15 Jahren nur noch interessanter macht.

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ACxDC – G.O.A.T.

I don’t always listen to powerviolence but when I do, it’s ACxDC. Album Nummer drei in stolzen 21 Jahren Bandkarriere birgt zwar wenige Überraschungen (bis auf ein paar Features aus den Reihen von Undeath, Gulch und mehr), dafür aber genau den Antichrist Demoncore, den man sich von den Kaliforniern wünscht. Die Band knüppelt uns auf „G.O.A.T.“ mit 17 Songs in 23 Minuten nieder und man kann eigentlich gar nicht mehr sagen als „Hals- und Beinbruch!“

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Hier gehts zur Hard in Here Playlist:

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Christina Wenig ist Redakteurin, Journalistin und Fotografin aus Berlin. Für Magazine wie Visions und Metal Hammer schreibt sie über Metal, Hardcore und Artverwandtes; auf ihrem Instagram-Kanal teilt sie Live-Eindrücke aus verschwitzten Clubs und sinniert über Feminismus, Antifaschismus, Filme und ihren Hund.

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