Hard In Here – Loud & Proud: Queerness im Metal
Juni ist bekanntlich Pride Month und das natürlich auch bei Hard In Here. Denn manche wollen das vielleicht nicht wahrhaben, aber Metal ist queer as fuck.
Beweise gefällig? Diese Looks sprechen für sich:
Genderbending und homoerotisch aufgeladene Hypermaskulinität sind von Anfang an integraler Bestandteil von Subgenres wie Hair, Extreme und Power Metal. Über lange Haare, nackte Haut in schwitzigen Clubs und die Gitarre als Phallussymbol wollen wir hier gar nicht erst philosophieren… Das bedeutet in den wenigsten Fällen, dass die Musiker tatsächlich homosexuell sind – im Gegenteil gab und gibt es paradoxerweise ausgerechnet in diesen Szenen einen Hang zur Homophobie.
Lassen wir Looks aber mal beiseite, gibt es auch immer mehr Metal-Musiker:innen, die ihre Queerness öffentlich machen. Legende Rob Halford, der übrigens den Nieten- und Leder-Look der Fetischszene im Heavy Metal mit etabliert hat, und Black-Metal-Sänger Gaahl werden gerne als Vorzeigebeispiele offen schwuler Szenegrößen genannt, doch heute soll es um drei weniger bekannte queere Artists gehen:
Vile Creature
Die 2014 als Duo gestartete kanadische Band macht Doom und Sludge Metal, behandelt in ihren Songs gesellschaftliche Themen und setzt sich aktivistisch für Tierrechte und die LGBTQIA+-Bewegung ein. 2020 erschien ihr hervorragendes aktuelles Album „Glory! Glory! Apathy Took Helm!“.
Liturgy
2005 als Soloprojekt in New York gegründet, avancierte Liturgy mit seiner experimentellen, progressiven Natur schnell zur Sensation innerhalb und außerhalb der Metal-Szene. 2020 hatte Mastermind Haela Ravenna Hunt-Hendrix ihr Trans-Coming-Out, in diesem Jahr erschien das aktuelle Album „93696“. In den avantgardistischen Extreme-Metal-Songs geht es vor allem um spirituelle und philosophische Themen.
Body Void
Ein Kernthema des 2014 gegründeten US-amerikanischen Sludge- und Doom-Trios sind persönliche Erfahrungen mit Genderdysphorie. Über die Jahre kamen jedoch auch immer mehr politische und gesellschaftliche Komponenten dazu. Zuletzt veröffentlichten sie 2022 die EP „Burn The Homes Of Those Who Seek To Control Our Bodies“.
Noch mehr queere Artists und Allies könnt ihr in der Compilation „Black Metal Rainbows“ entdecken, mit der Spenden zur Unterstützung von Jugendlichen in der LGBTQIA+-Community gesammelt werden.
Hier wäre eigentlich etwas eingebettet. Du hast aber Embed und Tracking deaktiviert.
Zur Optimierung unseres Angebots nutzen wir Cookies, Google Analytics und Embeds von Seiten wie YouTube, Instagram, Facebook, Spotify, Apple Music und weiteren. Mit dem Klick auf "Jetzt aktivieren" stimmst du dem zu. Mehr Informationen findest du in unserer Datenschutzerklärung.
Hier gehts zur Hard in Here Playlist:
Christina Wenig ist Redakteurin, Journalistin und Fotografin aus Berlin. Für Magazine wie Visions und Metal Hammer schreibt sie über Metal, Hardcore und Artverwandtes; auf ihrem Instagram-Kanal teilt sie Live-Eindrücke aus verschwitzten Clubs und sinniert über Feminismus, Antifaschismus, Filme und ihren Hund.
Das neue DIFFUS Print-Magazin
Titelstory: Ikkimel
Auch im Heft: Noah Kahan, Baran Kok, Josi, Robyn, Philine Sonny und Apsilon.
Dazu große Reportagen über die Vaporwave-Szene in Deutschland, die extreme Metal-Szene in Subsahara-Afrika oder das Rap-Projekt „HaftBars“ in einer Berliner Jugendstrafanstalt.