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Hard In Here – mit Blackbraid, Divide And Dissolve und Loma Prieta

Posted in: Hard in Here

Blackbraid – Blackbraid II

Aufmerksame Leser:innen werden den Namen Blackbraid bei Hard In Here schon öfter entdeckt haben – hat das Ein-Mann-Projekt doch eines der besten Black-Metal-Alben 2022 veröffentlicht und nebenbei dem indigenen und linkspolitischen Black Metal einen riesigen Dienst erwiesen. Kein Jahr nach seinem Debütalbum veröffentlicht Mastermind Sgah‘gahsowáh nun schon den Nachfolger „Blackbraid II“, der das Prädikat „episch“ vollstens verdient.

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Nachdem ich kürzlich erleben durfte, wie Blackbraid in voller Bandbesetzung das Copenhell Festival in Grund und Boden gespielt haben, bin ich mir noch sicherer als zuvor: Spannender wird Black Metal heutzutage nur noch selten. „Blackbraid II“ ist ein weiterer Beweis dafür. Doppelt so lang wie der Vorgänger, werden die Ideen und Konzepte von „Blackbraid I“ hier weiter ausgebaut und vertieft. Eine revolutionäre Neuerfindung des Genres kommt dabei nicht zustande, aber doch zumindest ein frischer Ansatz, der melodisches Riffing und smartes Songwriting mit Old-School-Worshipping und indigenen Einflüssen verbindet.

Als New Yorker Gegenstück zu Cascadian Black-Metal-Bands wie Wolves In The Throne Room und Agalloch strotzt „Blackbraid II“ vor Atmosphäre, Energie, Erhabenheit und einer gewissen Grandeur, die sich aus der Verehrung der heimischen Natur speisen. Zum Abschluss gibt’s außerdem noch ein Cover des Bathory-Klassikers „A Fine Day To Die“ – wie kann man da nicht Fan werden?

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Divide And Dissolve – Systemic

2021 hat mich kaum ein Album so beeindruckt und beschäftigt wie Divide And Dissolves „Gas Lit“, entsprechend hyped war ich, als ein Nachfolger angekündigt wurde. „Systemic“ ist ein weiteres Meisterstück in Sachen non-verbaler Kommunikation; instrumentale Protestmusik gegen Kolonialismus und White Supremacy mit einem Vokabular aus Drones, Dissonanz und Heaviness.

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Ihre politische Komponente erhält die Musik von Divide And Dissolve freilich erst durch den Kontext, den das indigen-australische Duo ihr verleiht. Dennoch lassen sich die Stimmungen und Eindrücke nicht leugnen, die ganz instinktiv von der erweiterten Klangpalette von „Systemic“ ausgelöst werden: Die mahlstromartigen Riffs, das scheppernde Drumming, die dissonanten Saxofonparts – all diese Sounds illustrieren ein Ungleichgewicht, ein Aufbegehren und ein langsames Verschieben der Grundfesten, auf denen unsere Welt errichtet ist.

Kurzum: Das macht was mit einem, egal, ob man nun weiß, worum es geht oder nicht. Der Standpunkt von Divide And Dissolve – gezeichnet von Hoffnung und Lebenskraft – wird erneut von einem Spoken-Word-Track der Poetin Minori Sanchiz-Fung verdeutlicht. Da heißt es unter anderem: „Even in the kingdom of fear, the air murmurs with song through the streets. Joy remains wild. It has baffled the cage again. It has cut through the horror.“

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Loma Prieta – Last

Eine kleine Sensation: Nach achtjähriger Wartezeit melden sich Loma Prieta mit einem neuen Album zurück. Eine weitere Sensation: Wie gut das ist! „Last“ verdeutlicht einmal mehr, warum die Kalifornier seit Anfang der 2000er zu den ganz großen Namen im Screamo gehören. Und klar, wenn City Of Caterpillar das Comeback gelingt, warum dann nicht auch diesen Typen?

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Die klanglichen Extreme der „I.V.“-Ära haben Loma Prieta größtenteils hinter sich gelassen – man wird ja auch nicht jünger. Stattdessen tauchen sie ihre Zehen in Post-Hardcore, Midwest Emo und Noise Rock und gestehen dabei auch den ruhigeren Momenten mehr Tragkraft zu. Im Vordergrund steht natürlich immer noch der Kontrast zwischen melodischer Melancholie und aggressiven Ausbrüchen, doch „Last“ ist differenzierter und weitflächiger als seine Vorgänger, und schickt damit unsere Herzen auf eine große Achterbahnfahrt durch stetige Crescendos und Diminuendos.

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Hier gehts zur Hard in Here Playlist:

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Christina Wenig ist Redakteurin, Journalistin und Fotografin aus Berlin. Für Magazine wie Visions und Metal Hammer schreibt sie über Metal, Hardcore und Artverwandtes; auf ihrem Instagram-Kanal teilt sie Live-Eindrücke aus verschwitzten Clubs und sinniert über Feminismus, Antifaschismus, Filme und ihren Hund.

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