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Hard In Here – mit Code Orange, Woe und Fermium

Posted in: Hard in Here

Code Orange – The Above

Was haben sich Code Orange denn diesmal ausgedacht? Die Band hat sich in den vergangenen Jahren als verlässlich unberechenbar erwiesen, und „The Above“ ist das neueste Testament ihrer künstlerischen Eigenwilligkeit. Mit ihrem fünften Album machen sie einen weiteren großen Schritt auf ihrem Weg zur ausgewachsenen Rockband, die den Spagat zwischen ihren Underground-Hardcore-Wurzeln und massentauglichen Hits versucht.

Bereits der Album-Opener „Never Far Apart“ knallt uns in knapp vier Minuten eine Vorschau dessen vor die Füße, was uns in den folgenden fünfzig Minuten erwartet: Mechanisch-kalter Industrial, sphärischer Alternative Rock und brutaler Metalcore – ein Konzeptalbum mit kalkulierter Dissonanz auf jedem inhaltlichen, visuellen und klanglichen Level. Wir erfahren das Leben hier als Produktion, als Bühnenstück, das sich abseits des Scheinwerferlichts als Tragödie entpuppt.

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Die Rockballade „Mirror“, einer der Dreh- und Angelpunkte des Albums, erinnert stark an das einstige Code-Orange-Nebenprojekt Adventures. Die Band war gleichermaßen mutig und klug, diese verschiedenen Facetten ihres Sounds nicht weiter auszulagern, sondern sich zu eigen zu machen. Denn, wie Gitarristin und Sängerin Reba in unserem Video-Interview auch erklärt: „Was ist Code Orange? Code Orange sind wir. Alles, was irgendjemand von uns schreibt, ist also Code Orange – egal, wie es sich anfühlt.“

Mit diesem Mindset und Style eine Heimat zu finden, hat sich spätestens seit dem Vorgänger „Underneath“ (2020) als schwierig für Code Orange erwiesen – für Metalcore ist man mittlerweile zu soft und ambitioniert, für die breitere Rockszene zu unzugänglich und widerspenstig. Das kann man alles scheiße finden, mir ist eine Band mit einer Vision aber immer lieber als die drölfzigste Metallic-Hardcore-Revival-Kopie.

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Woe – Legacies Of Frailty

Woe melden sich nach sechsjähriger Pause mit ihrem fünften Album zurück – and it’s a big one. „Legacies Of Frailty“ ist gleichermaßen Rückbesinnung und Fortschritt: Erstmals seit dem vor 15 Jahren erschienenen Debütalbum „A Spell For The Death Of Man“ hat Chris Grigg alle Songs komplett solo geschrieben und aufgenommen. Nach einem schäbigen Kellerprojekt klang Woe schon damals nicht, das Spiel mit Rawness und Melodik, mit Grandeur und Filth hat er nun jedoch (nicht zuletzt dank ein paar Death-Metal-Einflüssen) endgültig gemeistert.

„Legacies Of Frailty“ ist ein Abgesang auf die Menschheit, die seit Jahrhunderten unermüdlich an ihrem eigenen Grabstein meißelt; ein verzweifelter Aufschrei vom Deck des sinkenden Schiffes. Jedes mahlstromartige Riff, jedes wütende Drum Pattern, jede andächtige Synth-Passage und jedes klagende Wort machen das deutlich. Warum auch Songs über Satan machen, wenn sich der wahre Horror gerade in Echtzeit vor der eigenen Tür abspielt?

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Fermium – Between Nothing And Always

Ab und zu gibt’s hier ja auch mal Hardcore, was klargeht, weil der Hardcore von Fermium gar nicht wirklich Hardcore ist. Der Sound des Hamburger Trios aus dem Umfeld von Svffer, Der Ringer und Ashes Of Pompeii ist schwer zu greifen; im Vordergrund steht eine düstere, beklemmende und befremdliche Atmosphäre, die über die Genregrenzen von Hardcore Punk und Post-Metal hinaus wabert.

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Mit der ersten Songauskopplung, „Pale Rust“ (Was für ein Blackened-Hardcore-Doom-Gerät!) ihres zweiten Releases „Between Nothing And Always“ hat die Band bereits den Fortschritt seit ihrem (ebenfalls sehr guten) Debüt von 2021 verdeutlicht. Aus diesem Fiebertraum aus Brutalität und German Angst, aus repetitiven Riffs und dronigen Synth-Interludes kriecht schließlich die Doom-Elegie „The Seer“ hervor, und ich frage mich kurz „Is this deutsche Oathbreaker?“ Aber so Vergleiche haben Fermium gar nicht nötig.

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Hier gehts zur Hard in Here Playlist:

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Christina Wenig ist Redakteurin, Journalistin und Fotografin aus Berlin. Für Magazine wie Visions und Metal Hammer schreibt sie über Metal, Hardcore und Artverwandtes; auf ihrem Instagram-Kanal teilt sie Live-Eindrücke aus verschwitzten Clubs und sinniert über Feminismus, Antifaschismus, Filme und ihren Hund.

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