„Heute ist ein trauriger Tag“ – Artists reagieren auf die Landtagswahl in Sachsen-Anhalt
Die AfD hat die Landtagswahl in Sachsen-Anhalt mit 43,8 Prozent deutlich gewonnen. Der Landesverband gilt als gesichert rechtsextremistisch und verpasst die angestrebte Alleinregierung nur knapp. Trotzdem ist das Ergebnis ein massiver Rechtsruck und das bislang stärkste AfD-Ergebnis bei einer Landtagswahl und das beste Ergebnis einer Partei jemals bei einer Landtagswahl in Sachsen-Anhalt.
Dass diese Zahl viele Menschen erschüttert, zeigt sich auch in der Musikwelt. Zahlreiche Artists haben sich rund um die Wahl öffentlich positioniert – mit Wut, Sorge, aber auch mit dem klaren Anspruch, sich nicht einschüchtern zu lassen. Mark Forster forderte dazu auf, jetzt nicht wegzuschauen und sich gegen Hass und Ausgrenzung zu stellen. Apsilon richtete den Blick auf die politischen Ursachen solcher Ergebnisse und kritisierte eine Politik, die Menschen finanziell immer stärker unter Druck setzt und gleichzeitig vermittelt, dass „doch alles nicht so schlimm“ sei. Auch Hexer hatte schon vor der Wahl dazu aufgerufen, wählen zu gehen – „gegen den Rechtsruck“ und für Toleranz und Weltoffenheit.
Weitere deutliche Reaktionen kamen unter anderem von Kasi, der nach dem Ergebnis schrieb: „Heute ist ein trauriger Tag.“ Lara Hulo sprach von Angst, kündigte aber gleichzeitig an, weiter „laut gegen Nazis“ zu sein. 6euroneunzig bitten darum, „gegen Hass, Diskriminierung, gegen Rechtsextrimismus und Rassismus, Ableismus, Faschismus, Antisemitismus, Queerfeindlichkeit … und dafür für Demokratie, Frieden, Vielfalt, Freiheit, Feminismus, Menschenrechte, Chancengleichheit und sozialen Zusammenhalt etc.“ zu wählen.
Madeline Juno warnte ausführlich vor den Folgen eines AfD-Wahlsiegs. Ebow teilte zudem einen Text, der daran erinnert, dass rechtes und rechtsradikales Gedankengut in Deutschland nicht erst mit dieser Wahl sichtbar geworden ist. Wie wichtig Musik in solchen Momenten sein kann, zeigte auch Kafvka. Die Band teilte die Nachricht eines Fans aus Sachsen-Anhalt, der schrieb, ihre Musik gebe ihm angesichts der politischen Lage Hoffnung und Kraft.
Auch abseits von Social Media wurde der Widerstand sichtbar: Einen Tag vor der Wahl kamen in Magdeburg Tausende Menschen zum Demokratiefestival zusammen, auf dessen Bühne unter anderem Berq, Provinz, badchieff und Yung FSK18 standen. 43,8 Prozent darf man nicht kleinreden. Aber genauso wenig sollte man übersehen, wie viele Menschen weiter widersprechen, sich organisieren und öffentlich gegen Rechts stellen.
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